Neuer Start – neues Equipment!

iPad-Hülle

Es hat ein bisschen gedauert, bis ich die Umstellung des Blogs in Angriff nehmen konnte. Der Schwerpunkt bleibt wie bisher: Rom – und München! Es geht um Erfahrungen, Erlebnisse, Ausflugstipps und vieles mehr.

Neu ist aber die URL meines Blogs, die jetzt www.rome-and-home.com lautet. Ein bisschen frischer Wind weht auch durchs Design des Blogs und ich bin für Vorschläge und
Wünsche von Eurer Seite offen. Und weswegen ich es kaum erwarten kann, wieder regelmäßiger zu posten, liegt auch an meiner schicken neuen iPad-Hülle. Bislang war sie Weiterlesen „Neuer Start – neues Equipment!“

Das verschwundene Rom – neu aufgelegt im Internet!

Roma Sparita ging ursprünglich von einer Facebook-Gruppe aus, die man nach wie vor hier finden kann: http://www.facebook.com/Roma.Sparita

Anlage der Kaimauern am Tiber, 1900Stundenlang könnte ich mich durch die Fotos klicken, die es auf der Internetseite Roma Sparita zu entdecken gibt! Roma Sparita – das verschwundene Rom – ist inzwischen ein geschützter Name. Die Initiative bietet online nicht nur eine Fotodokumentation von Rom-Ansichten vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis ins Jahr 1990, sondern auch historische Stadtführungen. Heute will ich aber nur das Foto-Archiv vorstellen, das sich wirklich lohnt!

Die stadtrömische Verwaltungsstruktur gibt auch die Struktur des Foto-Archivs vor: Fotos lassen sich nach Municipi und Rioni sortiert anzeigen. Neben Rom ist auch Ostia dabei. Wünschenswert wäre sicherlich eine Suchmöglichkeit nach einzelnen Straßen oder Plätzen. Aber vielleicht ist das Archiv dafür auch noch nicht umfangreich genug. Wobei ca. 15.000 Fotos natürlich für sich sprechen. Roma Sparita lebt gewissermaßen vom crowd uploading, denn jeder kann seine digitalisierten Rom-Fotos auf der Homepage hochladen. Und hier zeigt sich auch gleich der Mehrwert der Seite für Wissenschaftler und Laien, die sich mit Stadtansichten, Urbanisierung, Infrastruktur und vielem anderen mehr beschäftigen. Denn jedes Foto muss obligatorisch mit einer Jahresangabe versehen werden, mit dem Hinweis, was auf dem Foto zu sehen ist und einer Quellenangabe! Alle Fotos können online angesehen werden, lassen sich aber nicht ohne weiteres heruntergeladen.

Dass ich eine besondere Vorliebe für die Engelsburg habe, ist ja nicht geheim… Ob es regnet oder ob sie im Sommer nachts angestrahlt wird, ich kann mich an dem ständig umgebauten ehemaligen Mausoleum nicht sattsehen. Insofern bin ich natürlich immer wieder in der Kategorie Municipio XVII unterwegs und freue mich über ältere Standardfotografien genauso wie über solche Highlights:

Fonoscope Roma

Auf fast allen Fotos (bis in die 1970er Jahre!) sieht man Autos durch sämtliche Gassen fahren und über zahlreiche Plätze knattern; vor allem eben dort, wo inzwischen Fußgängerzonen eingerichtet sind. So auch hier vor der Engelsburg. Dass es mit der Datierung und der Quellenangabe leider nicht immer so läuft, wie man es sich wünscht, zeigen die Angaben unter der cartolina che canta : Das Jahr – unbekannt! Der Fotograf – unbekannt! Die Quelle? – Ebay Italia… Aber trotzdem finde ich es spannend so eine Fonoscope-Karte zu sehen, die wie eine Schallplatte (Schellack?) mit 78 Umdrehungen verwendet werden konnte und dann eben „sang“! Schade, dass im Fotoarchiv noch kein Medienanhang vorgesehen ist.

Highly recommended: www.romasparita.eu/foto-roma-sparita

Auf den Marmortischen: Ai Marmi, Trastevere

Regen, Regen, Regen… Während es in Deutschland trotz zaghafter Sonne immer noch ziemlich kalt ist, regnet es in Rom. Im Februar und März gibt es oft tagelang Regenschauer. Die sind zwar weniger sintflutartig als die sommerlichen Gewitter, aber doch noch so intensiv (und nass!), dass sie einem zum Hals heraushängen. Kleiner Trost: Es sprießt und gedeiht wenigstens alles! Rom präsentiert sich vor Ostern ganz grün und frisch.

Zitronen

Die letzten Orangen und Zitronen hängen noch an den Bäumen und langsam kommen die Blüten heraus. Eigentlich ist es die perfekte Jahreszeit, um die Restaurants aufzusuchen, die keine Stühle auf die Straße stellen können oder die direkt an den großen Verkehrsknotenpunkten liegen. In Trastevere gibt es so eine Pizzeria: Ai Marmi! – Viale di Trastevere, 53/57, direkt an der Straßenbahnlinie 8.

Die Geister scheiden sich an „Ai Marmi“… Der Name bezieht sich auf die kalten Marmortische, an denen serviert wird. Die Atmosphäre erinnert an die Wartehalle früherer Bahnhöfe, es herrscht ein schnelles Kommen und Gehen und die Pizzeria lädt nicht unbedingt zum Verweilen ein. Mich hat vor Jahre einmal ein Freund dort hinbestellt. Das Neonlicht leuchtete auf den Gehweg, es war gestopft voll und kein anderes Lokal in der Nähe konnte es auch nur ansatzweise mit der Masse an Gästen aufnehmen. Er schaute schon gar nicht mehr in die Karte: Pizza Margherita sei die Beste! Ansonsten ein paar fritti, dazu ein Bier. In Italien trinkt man zur Pizza ja Bier und keinen Wein. Ich kann nichts sagen… Mir hat meine Pizza (Margherita, naturalmente!) immer geschmeckt. Die Blechnäpfe sind in etwa gleichen Teller wie in der Pizzeria „Monte Carlo“ (noch so ein Original).

Aber es gibt auch immer wieder Römer, die der Pizza nichts abgewinnen können, die von unverschämten Kellnern und kalter Pizza berichten. Niemals würden sie einem Gast „Ai Marmi“ empfehlen. Dann doch lieber eine andere der vielen kleinen anderen Pizzerien in Trastevere. Ich würde sagen: Im März ist „Ai Marmi“ genau das richtige zum Ausprobieren… Es ist nicht mehr so kalt, dass man drinnen den Wintermantel bräuchte, aber eben auch noch längst nicht so warm, dass man gern draußen säße. Und die fritti sind wirklich fein. Mein Highlight & immer wieder gern: olive ascolane! Ich mache schließlich einen weiten Bogen um Ascoli-Piceno in den Marken, denn Kollegen meinten, ich würde den müden Abklatsch von olive ascolane in Rom nur deshalb noch essen, weil ich die frittierten gefüllten Oliven aus  Ascoli Piceno noch nicht probiert hätte. Da kommt diese Olivenspezialität nämlich her. Aber das ist eine andere Geschichte.

Und immer wieder Mimosen – Festa delle donne in Italien

Mimosen am Campo de' Fiori

Mimosen wohin das Auge schaut… Es regnet regnen, stürmen oder schon richtig warm sein, aber ganz egal wie das Wetter ausfällt: Am 8. März schenken römische Männer ihren Frauen (oder einfach Kolleginnen, Freundinnen, Nachbarinnen) gelb blühende Mimosensträußchen! Die Blumenstände am Campo de‘ Fiori sind übervoll mit den empfindlichen kleinen Blütenzweigen. Alles muss raus – aber auch alles erst am 8. März. Festa delle donne ist der Internationale Frauentag oder Weltfrauentag. In der DDR kam ihm als einer Art „sozialistischem Muttertag“ ganz besondere Bedeutung zu… Aber so überfrachtet der Tag in Deutschland oft daherkommt, wenn Debatten über die gleiche Bezahlung von Mann und Frau, Gewalt gegenüber Frauen und andere wichtige Themen angestoßen werden. So leicht und gelb und fröhlich wird der Frauentag in Italien begangen, obwohl auch hier historisch immer auf Meilensteine wie beispielsweise das Frauenwahlrecht hingewiesen wird. An der Piazzale Stadio Olimpico, 5 wird abends zur Female Night per festeggiare la festa delle donne geworben. Shopping für den Mädelsnachmittag dominiert den Corso, die Straße um die Spanische Treppe und die kleinen Geschäfte in Monti oder in Trastevere…

festa-della-donna-romaAber warum ausgerechnet Mimosen? – In der deutschen Sprache gilt jemand als „Mimose“, der ausgesprochen empfindlich ist. Mimose, Heulsuse, rohes Ei… Mimosen sind Pflanzen, deren Blätter bei Windstoß oder der geringsten Berührung empfindlich zusammenklappen. Selbst der Blattstiel kann sich empfindlich zur Seite bewegen, sie wenn Erschütterungen wahrnehmen. In Italien gelten die leuchtend gelben Blüten aber als Frühblüher, die den Frühling willkommen heißen! Was nördlich der Alpen also Schneeglöckchen, Krokusse oder die ebenfalls gelb leuchtenden Winterlinge sind, ist in Italien der Mimosenstrauch!

Die Tradition, Mimosen zu verschenken, ist allerdings noch vergleichsweise jung. Auf den Frühling im Jahr 1946 geht diese Tradition zurück. Im zerstörten Italien der Nachkriegszeit waren die leuchtenden Blüten ein unversehrter Lichtblick, der dazu führte, dass ein Jahr nach Kriegsende Männer ihren Frauen gelb leuchtende Sträußchen mit nach Hause brachten. Etwas anderes wäre nicht verfügbar gewesen oder hätte ein Vermögen gekostet. Die Tradition mit den Mimosen gibt es am Weltfrauentag übrigens nur in Italien! Und ich? – Ich habe bislang eigentlich immer ein Mimöschen bekommen. In meinem ersten Jahr in Italien von einem Carabinieri, anschließend schonmal von Kollegen oder – zur Not – einfach von Freundinnen! Buona festa delle donne!

Kein Schnee in Rom…

So schön herausgeputzt… Warme Strickmütze, Schnurrbärtchen gezwirbelt… Aber trotzdem kein Schnee in Sicht. Im Rinne Monti sind eine Menge solcher Street Art-Objekte zu finden, hier ein Beispiel für Urban Knitting/Guerilla Knitting! Buon nasale und einen gesegneten zweiten Weihnachtsfeiertag!

Monti_2014

Tanti auguri!

Carlo Pedersoli_SZ_Sagen Sie jetzt nichts...

Carlo Pedersoli wird 85. Herzlichen Glückwunsch! Und zur Erinnerung hier zwei meiner Lieblingsbilder aus der Reihe „Sagen Sie jetzt nichts“ vom Magazin der Süddeutschen Zeitung. Dieses Bild betrachte ich als Inbild von Demut. Vielleicht will er aber auch einfach nur sagen: „Ach, lass sie reden…“ – Vermutlich steckt aber eben doch ein Quentchen Demut mit drin, denn Carlo Pedersoli antwortet mit diesem Bild auf die – etwas dämliche – Frage  „Wie schafft man es, über 50 Jahre verheiratet zu sein?“

Das Foto, das mir das zweitliebste ist, erklärt sich ebenfalls nur im Zusammenhang mit der Frage, die ihm gestellt wurde, bevor Heinz Augé abdrücken durfte: „Was lieben Sie am meisten an Ihrer Frau?“ – entweder ihr Köpfchen oder dass Sie einen leichten Vogel hat😉

Bud Spencer_SZ_Sagen Sie jetzt nichts...

Beides wäre sehr sympathisch! Die SZ verweist noch einmal auf seine Erfolge als Leistungsschwimmer. Aber auch darauf, dass Pedersoli insgesamt zwölf Patente angemeldet hat. Seine Erfindungen reichen von der elektrischen Spielzeugmaus bis zu einem Spazierstock mit eingebautem Stuhl, so ähnlich wie die klassischen Jägersitze. Und für eine Premiere war „Bud Spencer“ auch wieder gut: Er ist der erste Prominente, der in der Reihe „Sagen Sie jetzt nichts“ im Sitzen porträtiert wurde. Nachdem er sich gerade von einer Hüft-Operation erholte, durfte Pedersoli einen Stuhl verwenden. Ich mag die Bilder sehr.

Should Scotland be an independent country?

Vote (x) only once heisst es auf den Stimmzetteln. Ja, die Frage, die nicht nur die Schotten noch mindestens bis zum späten Abend umtreibt… Die schottischen Bürger ab 16 Jahren treffen eine Entscheidung von historischer Tragweite. Wie es ausgeht? Welche Konsequenzen die Entscheidung für oder gegen den Austritt der Schotten aus der Union mit England haben wird? Man liest in europäischen Zeitungen genug Pro und Con.

FotoAber wer weiß schon, dass der letzte Stuart im Petersdom in Rom bestattet wurde und ihm dort ein großes Grabmal errichtet wurde?! Agnes Crawford hat unter @understandrome heute das Foto gepostet, das einen guten Eindruck von der letzten Ruhestätte von James Francis Edward Stuart (1688–1766) vermittelt.

Ich habe eine der neuesten Veröffentlichungen zum letzten Stuart in Rom vor kurzem auch für die Sehepunkte rezensiert. Der als Old Pretender bekannt gewordene Sohn James‘ II. von England und Maria von Modena galt als James III. als Thronanwärter für England. Als Prätendent für schottischen Thron nannten ihn seine Anhänger James IV.

Die Variante, dass der aktuelle Chef des Hauses Wittelsbach, Herzog Franz von Bayern, als entfernter Verwandter der Stuart-Dynastie Ansprüche auf die schottische Krone erheben könnte, vertreten allerdings nur noch eine Handvoll Jakobiten aus Schottland. Der Herzog hat sich selbst bereits dahingehend geäußert, dass er keine Ambitionen hegt, König von Schottland zu werden. Die Union of the Crowns soll ohnehin nicht in Frage gestellt werden, Queen Elizabeth II. bliebe also unangetastet, egal wie das schottische Unabhängigkeitsreferendum ausgeht.

Mal sehen, was die Zeitungen morgen früh titeln! Die Titelbilder jedenfalls sind alle ziemlich großartig! Don’t leave us this way?!

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