Ciao a tutti!

[18.10.2010]

Es ist jetzt tatsächlich schon ein halbes Jahr vergangen, seitdem ich nach Rom gezogen bin. Die Zeit vergeht extrem schnell… Angekommen bin ich im März als es noch recht frisch und teilweise sehr verregnet war. Inzwischen nähere ich mich schon wieder mit großen Schritten den regnerischen Monaten… Aber dazwischen: Sommer! Richtiger Sommer… Allerdings bin ich dankbar, dass es im August wesentlich „kühler“ gewesen ist als normalerweise in der römischen Ferienzeit. Keine 40 Grad! Anfang 30 Grad und ein leichter Wind auf der Anhöhe, auf der ich meine Wohnung gefunden habe.

Erste Ausflüge nach Napoli…

Es war von Anfang an viel zu tun. Gleich Ende Mai habe ich gemeinsam mit einer französischen Kollegin einen internationalen Studientag ausgerichtet: http://www.efrome.it/fr/PDF/musici_28052010.pdf

Thema war die Situation fremder Musiker im Neapel des 17. und beginnenden 18. Jahrhunderts. Diese eintägige „Giornata di Studi“ war zugleich wissenschaftliche Auftaktveranstaltung für das Forschungsprojekt, in dem ich in den kommenden drei Jahren mit italienischen, französischen und deutschen Kollegen zusammenarbeiten werde.

Ursprünglich sollte die Tagung im französischen Centre Jean Bérard stattfinden. Da es auf französischer Seite aber offensichtlich Koordinationsprobleme gegeben hatte, ließ sich über Kontakt mit dem Deutschen Generalkonsulat in Neapel schließlich ein Saal im dortigen Goethe-Institut organisieren. Man stelle sich einen großen eindrucksvollen Palazzo vor, in dessen erstem Stock das Goethe-Institut untergebracht war. Der Aufgang über eine geschwungene Freitreppe, mit abbröckelndem Marmor. Leicht im Verfall… Aber ein großartiges Haus. Und auch eine gute Tagung… http://dhi-roma.it/fileadmin/user_upload/pdf-dateien/Tagungsberichte/2010/TB_Musicisti_europei_2010_09.pdf.

Aber vor allem: Beginnendes Interesse an Neapel! Eine faszinierende Stadt. Im Juni bin ich noch einmal für einen Tagesausflug hingefahren und um eine Mitarbeiterin des Goethe-Instituts zu treffen, mit der ich mich sehr gut verstanden hatte. Gemeinsam haben wir dann lediglich das griechisch-römische Viertel erkundet, waren damit aber den gesamten Tag voll und ganz beschäftigt! Spätestens im Dezember versuche ich ein weiteres Mal nach Neapel fahren. Schließlich ist die Stadt bekannt für ihr Krippenhandwerk und so manch andere Figuren…

Alltag a Roma

In Rom selbst steht weniger Sightseeing im Vordergrund als die Bewältigung des Alltags. Je nach Verkehrslage kann es bis zu einer Stunde dauern, um etwa vom westlichen Stadtrand zur Biblioteca Nazionale zu gelangen. Etwas schneller ging es, als ich im Juli/August mit Beständen des Archivs des Collegium Germanicum gearbeitet habe. Wenn ich demnächst im Archiv der Kirche S. Maria dell’Anima und danach im Archivio Segreto Vaticano und der Bibliothek mit den Recherchen beginne, wird es leichter. Denn zum Vatikan brauche ich nur die Gregorio VII hinunterfahren. Das geht mit diversen Buslinien und ich bin in der Regel in 10-15 Minuten da.

Ansonsten muss ich gestehen: Nein, ich habe noch keinen Gemüsehändler meines Vertrauens, der mich jeden Samstag mit – dem richtigen – Namen begrüßt! Aber ich habe „il portiere“ … einen muffeligen Pförtner, der mich morgens, wenns hoch kommt, mit einem genuschelten „Ciao!“ begrüßt. Immerhin war vergangene Woche Gelegenheit für nachhaltige Verbrüderung. Zwei Monate nachdem ich in einem Antiquitätengeschäft einen Esstisch erstanden habe, wurde besagter Tisch auch endlich geliefert. Eingepackt wie für eine Reise nach Spitzbergen, zwischen zwei Paletten festgebunden und mit 452.728 laufenden Metern Plastikfolie verpackt. Die Paletten konnte ich nicht alleine aufräumen, dabei musste dann der blickkontaktscheue muffelige Portiere helfen. Hat er auch! Und anlässlich dieser Kooperation hat sich ein knapper 5 Sätze Smalltalk ergeben. Immerhin! Umso sympathischer hingegen meine Nachbarn: Ein Ehepaar um die 60, die einige Jahrzehnte in England gelebt haben, fließend Oxford-Englisch parlieren und sich trotzdem immer auch ‚mal freundlich die Mühe machen, mit mir Italienisch zu sprechen, damit ich ein bisschen Übung habe. Wenn ich jetzt eines Tages noch einen römischen Friseur finde, der auch Damenkurzhaarschnitte nicht verhunzt, kann ich sagen: angekommen!

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