britisch-italienische Küche

Normalerweise ist genau das „britisch-italienische Küche“, was mir überreicht wird, wenn es abends klingelt. Es ist gar nicht so selten, dass mir meine Nachbarin Chiara ein Abendessen überreicht. Das kommt öfter vor. Kollegen von mir würden sich jetzt darin bestätigt fühlen, dass ich wohl allein nicht in der Lage bin, anständig zu kochen.

Aber Chiara hat den eigentlichen Sinn und Zweck erfasst: nichts ist so großartig, als wenn man nach einem anstrengenden Tag abends ein warmes Essen bekommt! Zumindest ohne dass man sich dafür schnippelnd, schneidend, anbratend und kochend in der Küche engagieren muss. Und dann ist britisch-italienische Küche ganz famos… Gestern brachte sie mir drei kleine Scheibchen Hackbraten. Weder der englische Ausdruck, noch die italienische Bezeichnung hat mich irgendwie weitergebracht, aber es war definitiv Hackbraten. Glaube ich.

Am Dienstag Nachmittag habe ich mit Chiara ein appuntamento für einen Nachmittagstee! Sie und ihr Mann haben gut 30 Jahre in England gelebt. Die meiste Zeit mit ihren drei Söhnen in London. Es ist insofern immer ein charmanter Mix, wenn sie einen 5 o’clock tea vorschlägt und eigentlich aber an caffè und biscotti denkt! Übermorgen jedoch wird es mince pie geben! Ihr Mann war gerade in London und hat ihr einen solchen pie (http://britishfood.about.com/od/christmasrecipes/r/mincepies.htm) mitgebracht. Dass ich voriges Wochenende, als ich kurz in London gewesen bin, nichts dergleichen probiert habe, nimmt sie mir anscheinend immer noch übel! Chiara, an dieser Stelle noch einmal fürs Protokoll: ich wusste doch gar nicht, dass es überhaupt mince pie gibt…

Außerdem war ich in London abgelenkt! Seit Jahren nicht mehr dort gewesen und nie wirklich länger als 1 1/2 Tage, war ich voll und ganz damit beschäftigt, zu erfassen, was London ausmacht. Ergebnis: gescheitert! – ich muss vermutlich nochmal wiederkommen. Es war zu groß, zu anders, zu wenig auf den ersten Blick zu erschließen. Aber: toll! Will sagen: impressionante!

Besonders faszinierend, wenn man meint, Italien hinter sich gelassen zu haben: die Fülle an „Italienischem“… Sei es italienische Küche, die sich natürlich bei näherem Hinschauen als „britisch-italienische“ Küche entpuppt, seien es Sicilian Houses, Roman Books oder Anklänge an die italienisch-neapolitanische Müllentsorgung. Ok, letzteres war natürlich übertrieben…

In Neapel stapeln sich nach wie vor kleinere und mittelgroße Müllberge. Dort ist es allerdings ein Politikum, den Müll entweder zu entsorgen oder aber liegen zu lassen, um Forderungen mehr Nachdruck zu verleihen… In London hat mich fasziniert, wie akkurat sich neben leeren Mülleimern Plastiksäcke stapeln lassen. Als wäre das ihr eigentlicher Platz. Ansonsten hat mich vor allem fasziniert, was für einen geschlossenen Eindruck des 19. Jahrhunderts London auf mich gemacht hat.

Vermutlich habe ich mich in der falschen Gegend herumgetrieben. Oder ist das wirklich so? Kein Mittelalter? Abgesehen von ein paar prägnanten Touri-Hotspots? Immerhin gutes Bier… – so konsequent wie ich italienisches Essen in London verweigert habe, war ich beim „ale“ dann natürlich nicht mehr. Wie für mich gemacht: der French Pub! Dort wird zwar Wein(!) ausgeschenkt, aber Bier nur als half pint! Bei meiner zugegebenerweise langsamen Trinkgeschwindigkeit eigentlich genau die richtige Größe. Abbot Ale und Brewdolph (nein, komische Wortspiele sind prinzipiell selten witzig!) habe ich jetzt jedenfalls probiert. Besser als Nastro Azzurro und Moretti Gold allemal. Darüber hinaus verließen mich die Vergleichsbiere auch schon.

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