Abtritt eines Pfaus…

Sprechchöre vor dem Parlament, vor Berlusconis römischer Privatwohnung am Corso Vittorio Emanuele… Das alles scheint länger zurückzuliegen als die 2 1/2 Monate, die tatsächlich vergangen sind. Der italienische Premierminister, der sich umdrehte, als er bei einem NATO-Treffen die deutsche Bundeskanzlerin begrüßen sollte, und ihr stattdessen seinen Allerwertesten zudrehte und in sein Handy sprach, gehörte irgendwie zu europäischen Konzert.

Man konnte sich kaum vorstellen, dass es dermaßen ruhig um ihn werden könnte. Die Benetton-Werbung kam – selten genug! – im Grunde zu spät… Das letzte, was sich in Boulevardnachrichten lesen ließ: Silvio Berlusconi plane eine Schlager-CD aufzunehmen. Nein, er werde ausnahmsweise nicht selbst singen, aber die Texte schreiben… Amore war ja schließlich eine seiner Kernkompetenzen. Seinen Nachfolger im Amt hat er hingegen mit der Euro-Krise und einem beschädigten Verhältnis zu vielen europäischen Staaten allein gelassen. Aber vielleicht liegt darin ja auch die eigentliche Chance dieses Abgangs. Gewünscht hatte in Deutschland niemand Italien einen solchen Regierungschef…

Der Nachfolger wird bereits als „hochseriös, extrem gut vernetzt, polyglott, mit europäischer Kompetenz“ gelobt. Inwiefern diese Eigenschaften aber einer starren Struktur aus eingefahrenen Wegen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft wirklich einen Neuanfang entgegensetzen können, wird sich zeigen müssen.

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