Kleine Kulinarische Kunde I

Vor kurzem war ich in München. Am ersten Abend bin ich direkt vom Flughafen mit meinem kleinen Koffer ins Literaturhaus gefahren. Bürgerliche Küche. Leider nicht ganz so hausbacken bayerisch wie ich sie gern hätte. Aber doch sehr lecker – nachgerade: exquisit. Ein Eindruck der Speisenkarte:

…Münchner Preise leider auch!

Am nächsten Tag war ausgemacht, mich mit einem guten Freund um 10 Uhr zum Weißwurschtfrühstück zu treffen. 10 Uhr, weil er vorher gern noch Akten im Archiv bestellen wollte. 10 Uhr aber auch, weil die Gaststätte Sedlmayr erst um 10 Uhr öffnet. Denkt man sich so. Wenn 10 Uhr an der Eingangstür steht. Um 9:56 Uhr waren aber schon diverse Tische besetzt… An einem x-beliebigen Werktag! Dienstags! Anscheinend haben Stammtische unabhängig von Öffnungszeiten Voreintrittsrechte wie es andernorts Vorkaufsrechte gibt. Jedenfalls war ich um 9:56Uhr die erste unterm Pensionsalter. Alex hat das dann zum Glück noch ein bisschen verjüngert. Besonders beeindruckend waren nicht nur die wirklich wirklich guten Weißwürstl, sondern auch die rundherum freundlich-ungehetzt-angenehme Atmosphäre – und die beiden Damen links in meinem Blickfeld. Damen mit Hut…

Die Hüte blieben auf, die Ente draußen und als Alex völlig entgeistert den Blick nicht mehr abwandte, bis ich auch endlich guckte, stellten wir gemeinsam fest: morgens um 10:30Uhr ’nen Grappa. Aber den mit Stil und Charme!

Der Viktualienmarkt ist nur 200m weiter und auch dort eine kulinarische Raffinesse nach der anderen. Bisschen kalt wars halt. Aber insgesamt ein leckerer und eindrücklicher Kurzbesuch. Händelmaiers süßen Hausmachersenf habe ich mir nach Rom mitgebracht und ein Wochenende später hat mir eine gute Freundin auch noch die dazu gehörenden Würstchen kredenzt, so dass es in memoria ein veritables bayerisches Frühstück a Roma geben konnte! Wer mir das vor 10 Jahren noch erzählt hätte, den hätte ich wirklich entgeistert angeschaut. Denn diese komischen weichen Würschtl habe ich immer etwas argwöhnisch beäugt. Aber… wenn man dann erstmal gelernt hat, dass die eigentlich nur im Wald oder hinter den sieben Bergen gezuzelt werden, dann ist das alles ganz ok – und sie schmecken wirklich großartig!

Kommen wir mit einem wehmütigen Blick also nun zur zweiten kleinen kulinarischen Kunde…

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2 Kommentare zu „Kleine Kulinarische Kunde I“

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