U.S. Impressions – Act IV

Verkehr! Der Verkehr in New York hat mich von Anfang an fasziniert… Es wird also Zeit für einen Blogbeitrag über das normale Verkehrschaos in New York!

Ich wollte eigentlich schon längst im Flugzeug nach Rom sitzen. Einziges Problem: ICH war pünktlich in Newark/NJ – aber weder ein AZ 643 Flugzeug, noch ein Alitalia-Schalter war zugegen… NEIN, ich habe nicht die Flughäfen verwechselt. Ich fand es ja selbst merkwürdig, dass ich am JFK Airport gelandet bin, aber von Newark abfliegen sollte. Ich habe auch gestern und heute extra nochmal meine Mails gecheckt, um sicher zu gehen, dass der Flug pünktlich und ohne Kalamitäten startet. Aber das ganze Terminal hatte keinen Schalter. Ich hatte nachher drei Bedienstete von Newark über Stuuuunden damit beschäftigt, einen Mitarbeiter von Alitalia an den Hörer zu kriegen. No! Alitalia scheint eine der wenigen Fluglinien zu sein, die nichtmal einen Info-Desk unterhält. Und mittwochs fliegt schonmal gar kein einziges Flugzeug mehr von Newark. Also: JFK und hoffe, dass ich umbuchen kann. Gegen 15.30Uhr erschien nämlich auf der Homepage von Alitalia, dass dieser Flug nicht durchgeführt wird. Das erfährt man aber auch nur, wenn man irgendwann verzweifelt einen Boingo-Hotspot Account eröffnet, um wLAN nutzen zu können! Ok, also war die einzige Option zum anderen International Airport (JFK) zu fahren und zu hoffen, dass man auf einen der beiden Alitalia-Flüge, die dort starten sollten, umgebucht werden zu können.

Aber natürlich war auf dem Weg zum Flughafen auch noch Vollsperrung auf dem Highway. Knapp 2 Stunden und 130$ später war ich dann am JFK Airport, Terminal 1: Umbuchung auf den Flug AZ 611 um 9.30pm. Und dann holt einen das Verkehrschaos, das den Highway zum Stehvergnügen gemacht und mir die schnuckelige Waterside von Brooklyn näher gebracht hat, in anderer Form wieder ein: Warteschlangen! 

Mamma Mia! Echt wahr! JFK ist auch kein besserer Flughafen als der wenig ansehnliche Newark Airport. So eine Warteschlange in einer Dimension, die mein Fassungsvermögen übersteigt, ist hier in der Regel wohl recht patient zu erdulden. Aber britisches in-der-Schlange-stehen ist es auch nicht. Dafür sind die Schlangen zu unförmig und vor allem steht immer irgendwann jemand vor einem, der eben noch 2m hinter einem war… Aber am faszinierendsten sind diese – scusatemi! – lahmarschigen New Yorker… Die Mär, NYC sei so hip und schnell und crazy, kann ich jedenfalls nicht bestätigen!

Besonders schlimm sind die Autofahrer: eine laaahme Katastrophe! Ist eine alte Oma noch 4 1/2 m vom Fußgängerübergang entfernt, verlangsamt(!) der Wagen, um sie über die Straße zu lassen. Wie will man denn mit so einem Verkehr umgehen?! Ich verlangsame meinen Schritt um eine 1/10-Sekunde, um ein Auto vorbeifahren zu lassen und dann im ersten Zentimeter seines Windschattens die Straße zu überqueren. Aber so kommen wir natürlich nie voran, weil diese vermaledeiten Autofahrer immer verlangsamen, schon 20 Sekunden vor „rot“ gemütlich an der Ampel halten und dann doch gern ‚mal hupen, wenn es ihnen gefällt und gerade keine 200$-Strafen für „honking“ angemahnt werden… Argh!

Am allerersten Abend in New York war ich abends – gegen 21 Uhr/9pm – am Broadway an der Upper Westside spazieren. Da gab es gleich ‚mal so gut wie gar kein Auto. Die standen alle säuberlich geparkt am Straßenrand. Dabei war es ein ganz normaler Donnerstag Abend… Die wenigen Autos, die auf der Straße waren, überstiegen sich in Langsamkeitsrekorden.

Die Fußgänger sind aber auch nicht besser. Auf der einen Seite tadeln die meisten vergleichsweise langsam durch die Häuserschluchten.

Das betrifft nichtmal in erster Linie paralysiert im Weg stehende Touristen, sondern auch und vor allem Business-Menschen… Ein coffee-to-go ist eben doch ein Hindernis im Straßenverkehr 😉 Und wenn es nicht der coffee-to-go ist, dann ist es schlicht ein verlangsamter Gang. Gleichmäßig aber dann doch. Gemeingefährlich gleichmäßig. So scheint der Wallstreet-Angestellte im Nadelstreifenanzug mit quer geschulterter Umhängetasche zu glauben, er sei schnell und vielleicht daraus abzuleiten auch charakterlich straight forward.

Sagen wir so: er ist es nicht! Aber er geht so dermaßen verachtenswert eine imaginäre gerade Linie entlang, dass es ihm trotz allem gelingt, einen normal mäandernden Menschen – seien es die Touristenmengen, seien es Yankee-Kollegen – umzukrempeln. Und das Rempeln scheint man dann für „Schnelligkeit“ zu halten… Naja, um es nicht zu hoch zu hängen. In New York war man immerhin fix aus der Subway ausgestiegen. In Washington stehen die Menschen ja erst auf, wenn die Metro hält, die Türen geöffnet sind und man sich denkt, dass man hier ja eigentlich doch aus- und umsteigen könnte. 

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