Spring: Follow the Directions! / Frühling: Befolgen Sie die Gebrauchsanweisung!

Finalmente: Primavera a Roma! Das hat aber auch gedauert… Am Dienstag Abend war definitiv noch November-Feeling und jetzt passend zum Wochenende ist es Frühling geworden! Die Vögel zwitschern, in der Sonne ist es nach 30 Minuten eigentlich schon fast zu warm und ich fange schon langsam wieder damit an, meinen Weg in der Stadt von Schatten zu Schatten zu planen. Wunderbar! Und weil ich mitunter ein Mensch für  Gebrauchsanweisungen bin, ist hier eine für den Frühling (nicht nur in Rom!)

Zunächst kaufe man frische, rot aussehende und schon süß riechende Erdbeeren! Meine habe ich vorhin beim Kalabresen an der Circonvallazione Aurelia gekauft. Das ist so ein Straßenstand, der immer besetzt ist. Es sind vermutlich wechselnde Verkäufer. Aber so ganz sicher bin ich mir da nicht… Es könnte auch stets der harte Kern der gleichen Kleinfamilie sein. Jedenfalls ist dieser Gemüse- und Obstverkauf 24 Stunden an 7 Tagen die Woche geöffnet. Einzige Ausnahme: ferragosto und vermutlich am 1. Mai. Das kann ich ja nächste Woche gleich ‚mal ausfindig machen. Papptüte, Erdbeeren, ab nach Hause.

Die Dinger muss man hier auch kurz waschen und putzen:

Erst mit dem Stengel und dem grünen Blätterkranz – vielleicht auch mit Schachtel (wenn sie nicht aus Pappe ist)

waschen und alte Blättchen absammeln. Dann vorsichtig abtrocknen oder einfach auf ein Geschirrtuch legen und von alleine trocknen lassen. Was mit Geschirr geht, funktioniert auch mit Erdbeeren. Wenn keiner guckt, kann man auch schnell ‚mal eine probieren, bevor es daran geht, sie „weiterzuverarbeiten“ – oder zwei…

Jetzt wird es schon komplizierter: Einsatz eines Messers und eines Schneidebrettchens. Gibt hübsch rote Finger. Auch, wenn man sich nicht schneidet… – letzteres sollte man eh lassen, weil es sonst brennt, wenn der Erdbeerensaft in die Schnittwunde kommt 😉

Man entferne zunächst das Grün und schnippele dann die Erdbeere einmal in der Mitte durch. Wenns keine matschig-dettschigen Stellen gibt, vielleicht noch ein zweites Mal halbieren. Je nach Größe der Beere, scusa, je nach Größe der Sammelnussfrucht… Erdbeeren sind ja keine Beeren im eigentlichen Sinne!

Diesen Arbeitsschritt so lange wiederholen, bis sich ein bereitgestelltes Schälchen füllt und/oder die zur Verfügung stehenden Erdbeeren zur Neige gehen:

So, jetzt kommt zusätzlich zu den Erdbeeren noch eine Zutat ins Spiel. Gibt es so in Deutschland meines Erachtens nicht, macht aber nichts: Der

„Cremoso Bianco“ steht in Rom in jedem Kühlregal. Der Joghurt zeichnet sich dadurch aus, dass man zunächst denkt, es sei Naturjoghurt, zu Hause aber schnell feststellt, dass man das Etikett vielleicht hätte lesen sollen, denn er schmeckt bedeutend besser. Cremoso Bianco ist bereits gesüßt. Schmeckt besser, ist aber natürlich gezuckert und damit tendenziell ungesünder. Aber ganz ehrlich: mir schmeckt alles vermeintlich ungesunde besser als das gesunde… Ist überhaupt ein Wunder, dass ich inzwischen Erdbeeren esse!

Der Abfallberg sieht bislang so aus:

…und das Ergebnis aus Erdbeeren und einem guten Schuss Cremoso-Joghurt dann so: mmmmm….

Wenn man keinen gesüßten Joghurt hat, kann man die Erdbeeren einfach ein bisschen zuckern und durchsapschen lassen, bevor man den Joghurt drübergibt. Oder man macht es halt ganz gesund und isst es einfach so!

Diese Erdbeeren sind sogar richtig gesund. Nicht nur, dass sie wenig davon enthalten, was in der Regel lecker schmeckt, aber nicht so gut ist (das leckere sind diese Ziffern vor der Angabe kcal). 100 Gramm Erdbeeren sollen nur 37 kcal haben. (Ich habe es nicht gezählt). Das ist weniger, als die meisten heimischen Obstsorten haben. Nein, die Erdbeere hat auch noch einen hohen Gehalt an so komischen Pektinen und Zellulose, was Ballaststoffe sein müssten. Sie hat viele viele kleine einzelne Vitamine, ’nen Schwung Fruchtsäuren und Fruchtzucker mit Mineralien. Das passt da alles rein und hat auch noch eine ansprechende Farbe!

Aber diese hahnebüchene „Gesundheit“ des Obstes soll es einem ja nicht madig machen. Am besten ist es, man genießt die Erdbeeren einfach!

Ach, noch was: Die Erdbeere soll ja die sinnlichste Frucht schlechthin sein… Man kann sich also auch gegenseitig damit füttern. Voraussetzung: man sollte sich halt recht doll mögen!

Buon appetito e buona primavera!

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2 Kommentare zu „Spring: Follow the Directions! / Frühling: Befolgen Sie die Gebrauchsanweisung!“

  1. Liebe Britta, sehr witzig geschrieben. Jetzt bin ich noch mehr im Bilde…. und der Vergleich mit den USA… Ich wußte gar nicht, daß Du ein FußballFan – so ein halber – bist. Das kann ich mir gut vorstellen…. und hier ist es echt kalt in München. Freue Dich weiter über die Sonne in Rom…

    Alles Gute und bis zum Juli

    Gabi

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