Hitze

Über allem ein leichtes Hitzeflimmern! Dabei ist noch nicht einmal August! Die Sommerferien in Rom haben bereits angefangen, die Ferienzeit beginnt und ich will am liebsten nur noch rund um die Uhr arbeiten. Das Büro ist der einzige klimatisierte Rückzugsort, den ich habe…

Vorige Woche war ich bei 18°C und leichten Schauern noch in London und in Hamburg. Eine willkommene Abkühlung. Kurz vor meiner Reise hatte das Thermometer in Rom nämlich zum ersten Mal die 35 Grad-Marke überschritten. So wie im letzten Jahr kann ich zumindest feststellen: man gewöhnt sich dran! Während ich im ersten Sommer in Rom kaum noch geschlafen habe und schon bei 26 Grad am liebsten im Sommerkleid aus dem Haus gegangen wäre, trage ich jetzt auch bis 26 Grad noch lange Hose, geschlossene Schuhe und eine Strickjacke über dem T-Shirt… Alles mit Blick auf das, was da noch kommen mag. Irgendwie muss ich mir ja schließlich eine Möglichkeit offen halten, noch etwas ausziehen zu können… Während ich in Hamburg bei windigem Wetter und 15 °C am Hafen entlangspaziere und mir den Wind um die Ohren pfeifen lasse, sollte es sich in Rom abkühlen. So war der Plan. Leider nicht ganz aufgegangen… Auf das erste Sahara-Hoch folgte jetzt Caronte. Was auf Italienisch so schön „l’anticiclone africano“ heißt – also afrikanisches Hochdruckgebiet – ist wirklich wirklich heiß!

Morgen werden in mehr als 15 italienischen Städten vom Norden bis in den Süden Temperaturen von 40°C erwartet. Und ich versuche das Unmögliche: ohne Klimaanlage abends so viel Durchzug zu machen, dass sich die Wohnung wenigstens auf 30°C herunterkühlt. Dann ohen Decke, ohne Laken, möglichst ohne Bewegungen so eine Art Schlaf zustande kriegen, um morgens nicht völlig erledigt auszusehen. Was bislang noch nicht gelungen ist. Aber mehrere Wochen lang muss das ja jetzt ausgehalten werden. Immerhin könnte ich noch einen Ventilator kaufen. Bislang ging es immer ohne. Der erste Sommer war die Hölle. Aber da waren alle Ventilatoren bereits ausverkauft. Im letzten Jahr war der Sommer bis auf zwei kurze Wochen vergleichsweise harmlos und nachgerade kühl. Und dieses Jahr… we’ll see! Bislang halte ich mich noch aufrecht. Und nächste Woche bin ich nochmal für einen Vortrag in München und hoffe, dass es dort nicht ebenso schwül und heiß ist wie hier. Ansonsten sollte ich nochmal auf die Idee zurückkommen, auf meinen Haushaltbalkon einen Swimming-Pool einpassen zu lassen!

Antonio Sanò vom Internetportal ilmeteo.it meldete in Bezug auf das afrikanische Hoch mit dem ungewöhnlichen Namen: „Caronte, l’anticiclone africano subtropicale, sta soffiando aria calda a tutte le quote dall’entroterra algerino e tunisino verso il Mediterraneo. Nell’entroterra sahariano i 50°C ormai sono la normalità e l’aria calda sta puntando direttamente verso il Lazio. Roma sarà tra le città più calde d’Europa.“ – Macht die Saharaluft das extra? Zielgenau auf Lazio gerichtet ausgerechnet Rom mit heißer Luft zu versorgen? Sind das alte Verbindungen zwischen der römischen Provinz Nordafrika und der Hauptstadt des Römischen Reiches? Muss wegen meiner gar nicht sein. Kappen wir diese Verbindungen doch… Aber Recht wird er haben, dieser Sig. Sanò: Rom ist also unter den heißesten Städten Europas.

Ich behelfe mir jetzt erst einmal mit einem Miniplanschbecken für die Füße (= Wäschewanne) und dem Säen von Sonnenblumen (= Schattengewinn).

Und jetzt ein gelato aus der Tiefkühltruhe: buona estate!

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