La macchina a Roma

Mein Auto in Rom zu haben, ist meistens eine reine Freude… Ausflüge sind leicht gemacht. Den schweren Gang zur Kasse an der Tankstelle verdränge ich erfolgreich und Blicke von den Albaner Bergen in die römische Ebene entschädigen dann doch irgendwie für 1,98 pro Liter. Allerdings kommt mein kleiner Honda langsam in die Jahre. Das führt auf der einen Seite dazu, dass es nicht mehr so viel macht, wenn ein unbekannter Verkehrsteilnehmer mit auf einem Parkplatz eine große Beule in den Kotflügel fährt. Es führt auf der anderen Seite aber auch dazu, dass immer häufiger normale Verschleißerscheinungen auftreten. Auf dem Rückweg von Subiaco kann es also schonmal sein, dass der Wagen sich plötzlich anhört (und anfühlt!) wie ein russischer Trecker von 1917.

Reaktion: Halt an der erstbeste Tankstelle… Der mechanico stellt aber auch nur fest, dass Öl und Wasser noch ok sind. Sprich: vorhanden! Also fährt man dann mit komischem Gefühl bis nach Rom zurück. Dort erst noch mit dem röhrenden Motor zum Vatikan zur Messe (immerhin hört man, dass ich komme!) und anschließend nach Hause. Mein Portiere kam auch extra ‚mal gucken, weil ihm die Geräusche komisch vorkamen. Aber zu meiner alten Werkstatt wollte ich dann doch nicht. Das war schließlich die Werkstatt, die mit meinem Auto klammheimlich 400km zurückgelegt hatte und einen bis heute nicht zu entfernenden Werbekleber auf meinem Heck angebracht hat. Werbung für „The Art of Engine“ – nicht etwa für mich.

Also auf ein Neues: unweit vom Vatikan gibt es nämlich eine italienische Opel-Werkstatt!

Einen Honda fahren und eine Opel-Werkstatt suchen, wäre zwar nicht die sofortige Lösung aller Probleme, aber ein Kollege empfahl sie mir und außerdem konnte ich mit dem 98er-Bus direkt zu meinem Institut fahren, nachdem ich mein Auto vorgeführt hatte. Es war ein Zylinder „kaputt“… Genauer ansehen wollte man es sich noch und dann anrufen und mir einen Kostenvoranschlag machen. Na, wunderbar. Das klang allein schon besser als alles, was mir die bisherige Werkstatt so offeriert hatte.

Der Anruf kam dann zwar erst am nächsten Tag. Aber er kam, ohne dass ich nachfragen musste. Wenn auch denkbar ungünstig während eines Vortrags mit dem Leiter der deutschen Abteilung von Radio Vatikan. Rausgeflitzt, abgenommen, neue Vokabeln gelernt. Nicht der Zylinder – welch Wunder! – sondern die Einspritzdüse war also defekt. Dadurch liefen nur noch die restlichen drei Zylinder und deswegen also auch die ungewöhnlichen Geräusche. Polverizzatore auf Italienisch.

Es hätte also alles ganz wunderbar sein können, als ich heute nach knapp zwei Wochen das ganz rund und leise laufende Auto wieder abholen konnte. Natürlich musste ich im Vorfeld das Geld für die Reparatur abheben. Nur Barzahlung möglich. Bei zwei Banken gab es nur Fehlermeldungen, bis ich schließlich meine zweite Bankkarte gezückt habe… Wie sich später herausstellen sollte, ist meine Karte aufgrund eines konkreten Missbrauchsverdachts gesperrt worden. Ich möge doch bitte anrufen und die letzten Transaktionen durchgehen. Na, super! Kaum zu Hause dann die nächste Hiobsbotschaft. Dem Auto, seinen üblichen Beulen und den zwei, drei Rissen im Lack geht es noch gut. Aber es scheint nach wie vor sehr stark ins Auto zu regnen, weil wegen der Beule an der Fahrertür auch die Gummidichtung gelitten hat. Ok. Wissen und entsprechend geschützt parken. Danach dann No. III: Eine mütterliche Mail! Das an sich wäre nicht weiter ungewöhnlich. Aber zu Hause war ein Brief eingetrudelt, den sie wie folgt beschrieb: Absender Nivi Cdedit S.r.l., Servizi di Notifica Internazionale, 01030 Monteterosi (VT) Italy. Außer Strafzetteln kommt dort eigentlich keine Post aus Italien an. Und so ist es denn auch. Ich überlegte noch, wie sich die 107,57 EUR mit meinem monatlichen Budget vertragen und wann ich denn bitte zu schnell gefahren sei… Ok, nein, ich überlegte nicht, wann ich zu schnell gefahren sein könnte, sondern vielmehr, wann ich dabei erwischt worden sein könnte… Jedenfalls kam die Auflösung dann denkbar verdrießlich daher. Der Strafzettel bezieht sich auf eine verbotene Nutzung der Bus-/Taxi-Spur an der Via Nazionale, ingresso 60 am 18. Dezember 2011. Wenn diese Verkehrsvergehen tatsächlich jetzt erst geahndet werden, bin ich gespannt, was jetzt noch nachkommt. Zumal mich die Uhrzeit verwundert: 23Uhr… Üblicherweise kann man ab 23Uhr die Via Nazionale hinunterfahren. Varco non attivo! Ich bin mir absolut sicher, dass ich noch nie durch die elektronische Schranke gefahren bin, wenn die Einfahrt ins centro storico verboten war… Mist!

Demnächst also wieder Bus und Zug? Naja, nur ab und zu…

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