Ein neues Gesetz trifft vor allem unerfahrene Touristen!

Dass es in Venedig (und übrigens auch in Lucca!) verboten ist, Tauben zu füttern, das ist nicht neu. Dass schwer belangt wird, wer illegale Ledertaschen u.s.w. auf der Straße kauft, hat sich auch schon herumgesprochen. Aber neuerdings wurde nun auch verboten, auf öffentlichen Plätzen und vor historischen Denkmälern der Stadt Rom zu essen. Im Visier sind vor allem Touristen… Vereinzelt kennt man das bereits: Seit Jahren ist es z.B. verboten, auf der Spanischen Treppe zu essen oder etwas zu trinken.

Dabei muss es nicht einmal „verdächtige“ Papptüten, mit denen amerikanische Touristen in bester Manier ihre Weinflaschen zu verbergen versuchen. Wasser, Cola, Smoothie – alles nicht erlaubt. Es sei denn, Sie gehen zehn Meter weiter und verlassen die Spanische Treppe. Auf der Treppe zu sitzen und harmlos in die Gegend zu schauen, war und ist hingegen erlaubt. Es erstaunt vor allem, dass der neue Gesetzentwurf keinen Bezug zu einem vermeintlichen Müllproblem erkennen lässt. Insofern sehen einige Barbesitzer, Reiseanbieter und Cafébetreiber bereits einen „Krieg gegen das Panino“ ausgebrochen… Denn Strafen zwischen 25 EUR und bis zu 500(!) EUR werden nicht nur als Abzocke von Touristen verstanden, sie treffen auch das kleine Café, die typische Bar und den Imbiss um die Ecke, die in ihrer Vielzahl für Rom so typisch sind. Haben hungrige Touristen hier bislang gern eine Pizzaschnitte auf die Hand gekauft oder zum klassischen belegten panino gegriffen, ist sich heute keiner mehr so ganz sicher, wo der „öffentliche Platz“ beginnt, der das schnelle Häppchen für unterwegs zum teuren Vergnügen werden lässt. Zählt dazu nur ein fester Kanon, der beispielsweise Kapitol, Forum, Colosseo, Piazza Navona und Campo de Fiori umfasst?

Was ist z.B. mit den vielen faschistischen Gebäuden? Gelten die auch als historische Denkmäler? Ich finde eigentlich schon… Auch die endlich wieder zugängliche Piazza Cavour lädt ja zum Verweilen und Picknicken zwischen Palmen und vor Camillo Cavours Denkmal ein. Ist es wegen des nahen Justizpalastes aber bereits ein Platz, der im Visier übereifriger Ordnungshüter ist? Es formiert sich Widerstand… Bis das wahnwitzige Verbot nachgebessert sein wird, sollten Sie aber vorsichtig sein. Trotzdem rate ich: verzichten Sie nicht auf das Tramezzino oder die belegte Focaccia. Es wäre schade drum!

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