Gärtnern im November (Rom)

Wenn meine Tomate sich nicht allein auf den Weg gemacht hätte, wäre ich nie auf die Idee gekommen, mich im November um meinen Balkon zu kümmern. Schon gar nicht um eine mögliche Tomatenernte. Aber der Herbst ist hier in Rom bislang recht mild geblieben; bis auf eine ziemlich kalte und unwirtliche Woche Ende Oktober. Der Tomate geht es nicht nur gut, sie hat sogar endlich damit angefangen, die grünen Tomaten in rötliche zu verwandeln. Einige sind bei heftigem Unwetter aufgeplatzt, bleiben kleiner als die übrigen, scheinen aber noch gut voranzukommen… Wunderbar: Novembertomaten!

Ich brauche nicht mehr täglich 3-4 Gießkannen über die verschiedenen Blumentöpfe und Pflanzenkisten zu kippen wie noch im Spätsommer. Stattdessen schaue ich morgens einmal kurz, wie trocken die Erde ist und helfe dann abends etwas nach. Und … es blüht noch immer! In erster Linie blüht das „Unkraut“, um das ich mich eh nicht kümmern muss. Ein paar Samen der Kapuzinerkresse sammele ich regelmäßig vom Boden auf, werfe sie, ohne mich darum zu kümmern, sie mit Erde zu bedecken, wieder in den Kasten, der mehrheitlich für Kapuzinerkresse vorgesehen ist und in weniger als zwei Wochen wächst es da munter vor sich hin…

Etwas mehr Pflege brauche die anderen fiori… Die Geranien vertrocknen leichter. Eigentlich mag ich Geranien auch gar nicht. Erstens stinken sie (jedenfalls für meine Nase) und zweitens sind die Blätter blöd. Aber so viel Entgegenkommen schaffe ich dann doch: die rosafarbenen haben schon was. Und ich bringe es nicht übers Herz, sie systematisch austrocken zu lassen, nur weil eine Untermieterin sie mir vergangenes Jahr eingepflanzt hat. Die arme Blume kann ja nichts dafür, dass ich sie nicht leiden kann.

Und insofern freue ich mich, dass sie auch im November noch neue Blüten treibt! Damit sie in der Nacht nicht frieren, gibt es kleine Härchen, mit denen sich die Blume schützt. Denke ich mir so…

Und dann gibt es noch solche Blumen, bei denen ich im Moment überfragt bin, wie sie heißen… Gritt? – Springst du ein? Egal, sie sehen hübsch aus. Auch wenn ich es ein bisschen übel nehme, dass die Blume zwar von mir auf dem Balkon gegossen und versorgt wird, sie sich aber nach unten zur Straße neigt und alle mit ihren Blüten erfreut, nur mich nicht, weil ich sie nur sehen kann, wenn ich mich und meine Kamera in halbsbrecherischer Weise über das Geländer lehne. Habs überlebt. Beweis anbei:

Das einzige, was ich nicht zu bieten habe, sind die wirklichen Herbst-/Wintergewächse. Die stehen nur auf dem Balkon der Nachbarn. Beneidenswert! Orangen und Zitronen sind ja im Winter dran und solche Bäumchen habe ich halt nicht… Eigentlich schade. Aber ich bin schon glücklich, dass ich bis in den November hinein verlässlich gärtnern kann! Ein Grund mehr, den letzten(?) Winter in Rom ganz besonders zu genießen!

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