Babbo Natale I

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Der Weihnachtsmann klettert auch in Rom an Fassaden herum und dudelt einem in fast jedem Kaufhaus ins Ohr. „Last Christmas“ gibts dagegen in den kleineren Läden. Und es sind soo viele Cover-Versionen darunter, dass man sich fragen muss, ob überhaupt noch etwas anderes als Weihnachtslieder übers Jahr gespielt und eingeübt werden. Aber Babbo Natale, der italienische Weihnachtsmann, hat wenigstens nicht mit Glatteis und Schnee zu kämpfen. Hier ist es zwar kalt, aber es regnet nur. Dafür habe ich gestern erfahren, mit welchen Risiken italienische Kinder vor Weihnachten zu kämpfen haben… Da ist einerseits die Notwendigkeit „brava“ zu sein… Ok, abgehakt. Das schaffen alle Kinder. Ich meine, wenn dann, wenn nicht in der Adventszeit?! – Aber vorgestern habe ich ‚mal wieder gestaunt, als ich von der Arbeit nach Hause kam. Links eine Einkaufstüte, rechts meine Tasche mit den Archivkopien und meinem Computer. Schon im Foyer meines Palazzo sprang mir der kleine Sohn (inzwischen zweite(!) Klasse!) entgegen. Ihm war langweilig. Aber er hatte auch einen Brief an Babbo Natale fertig gemacht und das rechtfertigt natürlich sein aufgekratztes Herumgehibbel umso mehr… Ob er ihn mir ‚mal vorlesen solle? – Va bene.

DSC_0052Ich habe mich also gesetzt, die Taschen abgestellt und dachte, er schnappt sich den Brief, auf dem mit ungelenken Großbuchstaben ein paar Zeilen standen. NEIN! Der Kleine tobte erstmal davon und kam mit Papas Smartphone zurück. Weil ich ein bisschen komisch geguckt haben muss, hat mich also der Vater des Jungen informiert: Zwar wurde zunächst (mit vereinten Kräften) ein klassischer Brief aufgesetzt, aber der Kleine hatte solche Sorge, dass der Brief mit der italienischen Post nicht rechtzeitig bei Babbo Natale ankommen könnte (berechtigte Sorge!), dass er auf die Idee kam, stattdessen ein Video zu mailen! Mein Portiere hat dann gleich noch eine Aufgabe damit verknüpft: Wenn schon ein Video aufgenommen wird, dann natürlich nur, wenn der Kleine den Wunschzettel vorher auch Wort für Wort auswendig lernt. Gesagt, getan! Ich habe mir also das Video angesehen: Drei Wünsche! Ein Computerspiel, eine Art Playmobilschiff und eine Uhr. Gut erzogen… – nur drei Wünsche. Aber selbst das Video war noch nicht sicher genug… Emmanuele hats gleich auch noch auf Spanisch eingesprochen, denn zu Hause spricht die Familie aus Ecuador Spanisch. Und man weiß ja nie, was Babbo Natale besser versteht! Doppelt hält besser.

Jetzt hoffe ich natürlich, dass die drei Wünsche auch in Erfüllung gehen. Bei so viel Engagement!

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