Kiwis, Kiwis, Kiwis…

Babykiwi I

Zuerst sind Kiwis natürlich ‚mal diese flugunfähigen Vögel aus Neuseeland, die kurz hinter den Dodos kommen und von denen vermutlich jeder von uns im Biologieunterricht ‚mal ein Röntgenfoto gezeigt bekommen hat: Kurz bevor der Kiwivogel sein Ei legt, besteht das ganze kleine Tier zu 2/3 seines Körpers nur noch aus dem Ei…

Aber es gibt ja noch diese haarige ovale Frucht, die auch Kiwi genannt wird. Meine Kiste mit steinharten Kiwis ist langsam essbar und deshalb habe ich sie mir heute ‚mal genauer angesehen. Oben seht ihr meine Babykiwi, die kleinste der letzten Ernte. Irgendwie kommt es mir so vor, als ob die hier frisch vom Baum geernteten Kiwis deutlich haariger und fast schon „stacheliger“ sind als die, die ich bislang aus den Supermärkten und supermercati kannte. Ich habe mich also ‚mal schlau gemacht: In Bezug auf die haarige Außenschicht hat das nicht viel Erkenntnis gebracht, aber wer wusste bis dato schon, dass die Actinidia deliciosa erst 1959 aus marktstrategischen Gründen Kiwi genannt wurde und dass sich die Bezeichnung tatsächlich vom braunen, rupfigen Kiwi-Vogel ableitet… (Die Einwohner dort werden ja auch Kiwis genannt, vielleicht sind sie aber weniger haarig, wer weiß!?)

Fährt man von Rom über die Appia oder die Pontina in Richtung Süden, dann kommt man spätestens in der Pontinischen Ebene an vielen Kiwiplantagen vorbei. Das sieht aus wie die Hopfenplantagen in Bayern. Holzgestelle, an denen die kräftigen, verholzenden Pflanzen hochwachsen und über Drähte und Gitter ein schattiges hektargroßes Dach bilden. Die Blüten riechen gut und die Kiwis hängen da dann im Winter einfach so herunter und müssen gepflückt werden. Offensichtlich meist in ziemlich hartem Zustand. Was ich bislang auch nicht gewusst hatte: Italien ist der weltweit führende Anbieter von Kiwis. Gefolgt immerhin von Neuseeland, was sich ja bei der ganzen Namensgebung wenigstens erwarten ließ. Ursprünglich kommt die Kiwifrucht aber aus dem südlichen China (Actinidia chinensis), das am Weltmarkt inzwischen weitgehend abgehängt ist.

Zurück zur italienischen Kiwi. In Rom und Latina ist der dort angebaute Kiwi mit der Herkunftsbezeichnung I.G.P. als Kiwi Latina extra geschützt. Ich halte hier also nicht nur eine x-beliebige Babykiwi in der Hand, sondern eine subtropische I.G.P. Kiwi Latina… Da fühlt man sich doch gleich ganz anders!

Kiwi Latina I.G.P. Actinidia deliciosa

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