Italienische Orte: Sonntagsessen mit TV

vorletztes Angelus mit Benedikt XVI.

Es ist wirklich faszinierend wie groß die Zufälle sein können! Da sind roundabout 50.000 Menschen auf dem Petersplatz und die Journalisten von RAI1 kommen ausgerechnet auf mich zu. Dabei hatte ich mich doch gerade mit einem Kurienpriester unterhalten. Der wäre doch im Fernsehen viel geeigneter gewesen!

Und dann wird ein kurzes 5-Sekündchen-Video doch von so vielen Freunden und Bekannten gesehen. Durch Zufall… Ich habe gestern ja schon geschrieben, dass ich überhaupt nur nachgesehen habe, wo dieses pezzino gesendet wurde, weil eine Kollegin eine sms schrieb, dass sie mich im Fernsehen gesehen hätte. Sonst wäre das ja total an mir vorbei gegangen. Am Abend kamen dann aber bereits Mails von anderen Freunden aus ganz Italien. Die Mittagsnachrichten am Sonntag werden eben „traditionell“ zum Essen angestellt…

Was uns komisch vorkommen mag, kenne ich aus vielen italienischen Familien: neben dem Esstisch – quasi als zusätzlicher, redseliger Gast – steht und läuft(!) der Fernseher. Das erklärt vielleicht sogar das Faible für diese skurrilen TV-Krippen in der Vorweihnachtszeit!? Mir fällt es jedenfalls sehr schwer, wenn beim Essen der Fernseher läuft. Und ich muss mich konzentrieren, um nicht immer wieder zu den bewegten Bildern hinüberzuschielen. Ich bin es halt einfach nicht gewohnt. Nie vergessen werde ich in dieser Hinsicht das sonntägliche Mittagessen bei den Schwiegereltern einer Freundin auf Sizilien! Man will ja bella figura machen, wenn man das erste Mal zum Familienessen eingeladen wird. Aber es lief in italienischer Übersetzung auf einem italienischen Privatsender die deutsche ARD-Produktion „Türkisch für Anfänger“! Es fiel mir wirklich sehr schwer, nicht zu versuchen, der Fernsehsendung zu folgen, sondern mit Schwager, Schwägerin, dem Papà, der Mamma, Rosario, Silke und dem Fernseher brav eine Kommunikation zu bestreiten. Inzwischen könnte ich das vielleicht schon besser. Es sei denn, es liefe das Telegiornale. Denn dann müsste ich natürlich aufpassen, wer da heute schon wieder interviewt worden ist 🙂

Blick vom Gianicolo

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2 Kommentare zu „Italienische Orte: Sonntagsessen mit TV“

  1. Ich habe Luigi schon gesagt, dass es bei uns keinen Fernseher in der Küche geben wird. Mich nervt das total. Zumal seine Eltern den auch ziemlich laut stellen (wegen Altersschwerhörigkeit). Als ich noch nicht so viel verstanden habe, war es zudem einfacher, gedanklich abzuschalten.

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