Heute ‚mal … Kassel: Pizza Cassella

„Una Pizza Cassella, per favore!“ – Das klänge doch eigentlich ganz gut, oder? Kassel, die sicherlich am meisten unterschätzte Stadt … Hessens, wird in den frühesten Nennungen 913 „Cassella“ genannt. Ja, Kassel feiert dieses Jahr 1100jähriges Stadtjubiläum. Eine Gründungsurkunde gibt es nicht, also musste eben die Erstnennung herhalten. Der Hessische Geschichtsverein hat in Zusammenarbeit mit dem Gesamtverein der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine also eine Tagung ausgerichtet, in der Kassel im Zentrum stand. Gestern war dieses wissenschaftliche Symposium. Und weil Landesgeschichte ja in der Regel auch vergleichend arbeitet, war ich auch dabei…

Pizza KasselFür mich war es das erste Mal in Kassel! Normalerweise kenne ich nur den Blick von der A7, wenn ich mich bemühe, das kleine Wägelchen an den Kasseler Bergen nicht ausbremsen zu lassen. Denn dann käme ich nie hinauf. Auch wohlbekannt: Tankstelle Shell an der Raststätte Kassel in Richtung Norden. Oder der kleine Rastplatz mit Blick auf den Herkules. Aber die A7 verlassen? Wirklich nach Kassel hinein? Und überhaupt: wann hat man eigentlich aufgehört Cassel mit C zu schreiben?! – Das waren so die Fragen, die mich umtrieben… Weder hatte ich eine Ahnung davon, dass die barocke Anlage, die mit dem Herkules gekrönt wird, die größte italienische Barockanlage außerhalb Italiens ist! Vor wenigen Wochen ist der Park Wilhelmshöhe mit de Herkules übrigens zum Weltkulturerbe ernannt worden. Italien ist ja besonders reich an Weltkulturerben hier und da, weshalb sich natürlich in Hessen eine italienische Barockanlage anbietet! Noch wusste ich, dass Kassel/Cassel eine eigene Herkules-Pizza im Sortiment hat. Dagegen kommt dann natürlich eine schnöde Pizza Italia kaum noch an!

Aber ich gebe zu: ich hüte mich immer noch davor, hier in Deutschland in ein italienisches Restaurant zu gehen. Es gibt famose, leckere, besser ans Original heranreichend als a Roma… Trotzdem: Ich habe Nachholbedarf an Deutscher Küche! (Besonders an Käsespätzle mit Schmelzzwiebeln obendrauf… – aber das ist eine andere Geschichte!) Auch wenn ich also nicht die verschiedenen Espresso-Shops, Feinkostitaliener und Eisdielen mit sicherlich hervorragendem italienischem Eis ausprobiert habe, so muss ich doch feststellen: Kassel lohnt sich! Mag es daran gelegen haben, dass ich am Festwochen-Wochenende dort war? Dass gleichzeitig noch die Connichi, eine Manga- und Anime-Messe, stattfand und überall Manga-Fans zu sehen waren, die sich wie ihre Stars ausstaffiert hatten? Nö! Denn…

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Die Löwenburg müsste man sich auch ‚mal ansehen. Die documenta sowieso irgendwann. Die Ausflüge in die Umgebung sind empfehlenswert etc. pp. Kassel ist halt doch nicht hässlicher als andere mittelgroße Städte, die nicht gerade berühmt sind für ihre pittoresken Altstadtbereiche. Ob Winsen an der Luhe jetzt hübscher ist, sei also dahingestellt. Geben Sie Kassel eine Chance. Dann kann man dort auch wieder aufhören, überall pinkfarbene Aufkleber hinzupappen, die Kassels schöne Seite hervorheben sollen. Ach, und wenn das Kulturangebot nicht reizvoll genug wirkt, dann könnte vielleicht diese Einrichtung Interesse wecken. Vom Kulturbahnhof gut zu erreichen. Nur wenige Gehminuten entfernt…

Seniorenspielplatz

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