Mit dem Zug nach Rom: Reiseplanung

Roma TerminiNormalerweise fliege ich nach Rom… Plant man einigermaßen im Voraus, sind die Flüge selbst von Hamburg aus bezahlbar. Der Münchner Flughafen bietet zwar keine Verbindungen mit Billigfluglinien, aber von dort ist die Nähe zu Italien ein Standortvorteil. Schon lange bin ich nicht mehr mit dem Zug gefahren. Das war als Studentin noch anders. Häufig waren gerade die Nachtzüge im Sitz-Abteil ein finanziell unschlagbares Argument. Schlafwagen ist selten wirklich bezahlbar, die klassische Liegewagen-Option im 6er-Abteil hat mir ‚mal 2006 eine Fahrt mit einem Rosenheimer Damenkegelclub beschert. Breiten wir den Mantel des Schweigens darüber, auch wenn ich gern zu Protoll gebe, dass der erste Piccolo – Slang: Piccolöchen! – schon vor Salzburg geleert war und die mitgebrachten Tupperdosen mit Gemüse, Dip und Wurstbrot den Anschein erweckten, als wollten die Damen mindestens bis Messina durchfahren… (De facto hatten sie das gleiche Ziel wie ich: Rom!)

Trotzdem bin ich überzeugte Zugfahrende (geblieben)!

Ich finde, die Strecke, die zwischen Deutschland und Mittelitalien liegt, lässt sich im Zug viel leichter erfassen. Man steigt nicht in Deutschland ein und ist schwuppdiwupp wenige Stunden später in einem anderen Land… Man sieht vielmehr wie sich die Landschaft verändert, welches Gebirge Nord und Süd trennt. Wie schön vor allem der Alpenraum ist, Südtirol, wenn es dann langsam flacher wird und sich die Po-Ebene öffnet: jedes Mal wieder eine neue Welt!

Zugfahrt nach ItalienDie Stationen kann ich natürlich auswendig… Vertraut klingen zunächst noch Kufstein und Innsbruck. Aber selbst Innsbruck ist ja schon ein Teil von Tirol, dieser faszinierenden länderübergreifenden Region. Dann endlich das inzwischen bedeutungslos gewordene ehemalige Grenzstädtchen am Brenner. Der Brennero – das erste Mal wird es nun Italienisch und Deutsch angekündigt! Verona Porta Nuova – Bologna Centrale, wo man bis vor wenigen Jahren an Gleis 1 die beste Pizza bekam (je nach Aufenthaltsdauer des Zuges war ich versucht, auszusteigen und mit Pizzastück wieder einzusteigen… – getraut habe ich mich kein einziges Mal! Die Sorge, der Zug könnte mit meinem Gepäck, aber ohne mich weiterfahren, war zu groß!) – Firenze mit dem wohl längsten Bahnhofstitel Italiens: Santa Maria Novella! Und schließlich und endlich: Roma Termini! Viele Züge halten heute auch in Roma Tiburtina, aber das ist für mich immer nur ein schaler Ersatz! Ich mag Bahnhöfe und ich mag die große Einfahrt in Termini!

Tipps für die Planung: Die Deutsche Bahn bietet verschiedene Tickets „Europa Spezial“ an. Von Stuttgart oder München aus gibt es Züge, die alle naselang bis nach Mailand durchfahren. Verona P.N. ist dabei die Station, an der dann ein Umsteigevorgang nötig ist, will man weiter nach Rom (oder z.B. Venedig). Für die Anschlusskarte lohnt es sich jedoch, die Angebote von Trenitalia zu nutzen, deren Homepage inzwischen auch auf Englisch genutzt werden kann. Basistarife sind die günstigste Variante und nicht selten gibt es 29- oder sogar 19-Euro-Tickets mit den Frecciargento oder Frecciarossa-Zügen. Dem Pendant zum deutschen ICE. Ausgefuchstere wissen natürlich, dass auch die Österreichische Bahn (ÖBB) mit der Sparschiene oder verschiedenen Europa-Angeboten sowohl für die Hin- als auch für die Rückfahrt einen Blick lohnt. Nur selten habe ich jedoch das Glück gehabt, einen durchgehende Nachtzug von München nach Rom für einen Preis zu bekommen, der nicht doch vom Flugangebot unterboten wird… Der jährlich immer um 21:03Uhr in München Hbf. abfahrende Zug nach Roma Termini scheint inzwischen zumindest nicht mehr regelmäßig zu fahren. Häufiger lese ich dafür Verona, Mailand oder eben Venedig, wenn ich mit sehnsüchtigem Blick am Münchner Kopfbahnhof entlangspaziere und die Anzeigetafeln studiere.

Ach, man kann übrigens auch beim Buchen der Liegewagen Damen-Abteile buchen. Man sollte halt eine Frau sein, dann passt das schon. Ich hatte das ‚mal gemacht, in der (irrigen) Annahme, dass Frauen vielleicht seltener schnarchen als Männer. Ende vom Lied? Mitten im 6er-Abteil schnarchte Simone! Ein Neapolitaner mit Schmerbauch, der höchstvermutlich seine Nichte/Cousine/Tante/Gattin oder Tochter das Ticket telefonisch hatte buchen lassen. Jedenfalls hatte die Deutsche Bahn Simone wie selbstverständlich ins Damen-Abteil einquartiert. Hätte er nicht so laut geschnarcht, wäre es ja wirklich zum Lachen gewesen! Welche Gruselmärchen sich die Rosenheimer Keglerinnen damals erzählten, als es in Kufstein langsam dunkelte, spare ich mir noch auf. Die erzähle ich erst, wenn ich gut in Rom angekommen bin. Buon viaggio a tutti!

 

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