Kürbisse – auch in Italien? Gerade dort!

Ferrari FruttaDer Herbst kommt Ende Oktober auch in Italien so sicher wie die Tatsache, dass es immer schon vor der offiziellen Heizperiode mindestens zwei Nächte lang so kalt ist, dass man es verflucht nicht autonom heizen zu können. Aber es soll hier nicht um Italiens riscaldamento condominiale gehen, sondern um Kürbisse! Ich hab mich immer ein bisschen gedrückt, wenn es um Kürbisse ging. Die frittierte Kürbisblüte ist eine typische Vorspeise in Rom, die ich kennen und schätzen gelernt habe. Das gleiche gilt für fiori di zucca als Pizzabelag. Aber es nimmt inzwischen auch in Italien zu, dass man am 31. Oktober nicht nur Vorbereitungen für Allerheiligen trifft, sondern auch Kürbisse mit Grimassen verziert und dann mit Allerweltskostümen ausgeht. Süßigkeiten würde noch kein Kind abstauben können, das mit Gespensterkostüm bei den Nachbarn klingelt, aber wer weiß wie das in fünf Jahren aussieht… Witzig ist jedoch, wie allgegenwärtig Kürbisse inzwischen als Dekorationselement geworden sind. Wo man in Deutschland noch das Messer wetzt, um die harte Schale auch anständig einzackeln zu können, gibt es in Rom fluks einen Rahmen und das ganze sieht immer noch nach einem leckeren Abendessen aus:

Kürbisdeko vor einem GemüsestandDenn das habe ich immerhin gelernt: Kürbissuppe mit Ingwer, ein bisschen panna beim Kochen dazu und schon hat man eine leckere Suppe. Mm. Aber ganz ehrlich: so einen großen Kürbis habe ich mir noch nie nach Hause geschleppt!

Wussten Sie außerdem, dass Zucchini auch zu den Kürbisgewächsen gehören? Wer Italienisch kann, weiß es natürlich abzuleiten: zucca – der Kürbis, der große europäische orangefarbene… zucchini – die „kleinen Kürbisse“, die eigentlich eher an Gurken erinnern und die ich in meiner Kindheit selbstverständlich als Zu – chi – ni mit „ch“ wie in „ich“ kennengelernt habe. Wenn ich mich recht erinnere, kamen die zucchini erst in den 1970er Jahren in Deutschland auf den Markt. Seit einigen Jahren sieht man inzwischen auch die runden hellgrünen zucchini, die etwas größer als Äpfel sind und wegen ihrer runden Form in Italien auch einfach rondini genannt werden. Wer ‚mal über einen sizilianischen Markt geschlendert ist, der weiß, dass die EU-Beamten mit ihrem Normierungsstreben das kalte Grausen kriegen würden. Aber so lange dort keiner nachschaut, wird es weiterhin länglich unförmige Kürbisse in hellem Gelbton und runde grünliche Zucchini geben. Gegessen wird es sowieso! Im Zweifel müsste sich Brüssel halt neue Namen überlegen, um der Vielfalt Herr zu werden! Buon appetito und lasst mich gute Kürbisrezepte gern wissen!

 

 

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2 Kommentare zu „Kürbisse – auch in Italien? Gerade dort!“

  1. Hier ist das Betteln und Hausieren an Halloween schon angekommen. Auch in diesem Jahr, war die Tür unseres Palazzo wieder mit Eiern und Mehl beschmiert, woraus ich schließe, dass das Ereignis eher als Möglichkeit gewertet wird, sich mal wie ein randalierender Depp aufführen zu dürfen.

    Uns wird am Ende des Monats die Novemberdeko des Lebensmittelgeschäfts von Luigis Freundin vermacht werden; Ein großer Kürbis. Dann gibt’s definitiv auch Kürbissuppe mit Ingwer und Kokosmilch. 🙂

    1. Echt? Das ist ja erstaunlich…– Nein, in Rom ist mir da noch nichts dergleichen untergekommen. Eher halberwachsene junge Leute, die kostümiert feiern gehen oder so. Aber ich will ein Foto von der Kürbissuppe! Mmmm.

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