Vietato fumare – no smoking!

Rauchende Statue?

Seit dem 10. Januar 2005 gilt in allen öffentlichen Gebäuden Italiens ebenso wie in Gaststätten, Bars, Cafés, Kneipen, Kinos und öffentlichen Verkehrsmitteln ein striktes Rauchverbot.  Ein paar Wochen vorher wurde bereits in allen Regional- und Fernzügen ein Rauchverbot eingeführt.

Mich fasziniert, wie problemlos das neue Gesetz in Italien umgesetzt worden ist. Wenig Vorschriften werden so befolgt… Man zahlt in Restaurants ohne ricevuta fiscale – also an der Steuer vorbei, aber für die Zigarette geht man vor die Tür! Ich war im Februar 2005 zufällig in Italien und habe bei Bekannten in einer österreichischen WG in Florenz übernachtet, die mit mir am Abend auf einen aperitivo loszogen. In der Bar der Wahl war es still und leer. Man ging nur hinein, holte sich ein Getränk und stellte sich zu den anderen: vor die Tür! Alle meine österreichischen Kolleginnen rauchten – selbstverständlich. Die italienischen Freunde sowieso. Weil es noch ein neuer Zustand war, sprach man viel über das draußen-vor-der-Tür-Rauchen… Einhellige Meinung: Um einen entsprechenden Erfolg in Deutschland zu erzielen, hätte man das Rauchverbot im Sommer einführen müssen, wenn es wärmer gewesen wäre. In Italien ließ es sich vor der Tür ganz gut aushalten. In den Wohnungen war es allemal kälter als draußen.

Inzwischen hat sich das Neue gelegt. Mit einer gewissen Selbstverständlichkeit treffen sich die Raucher vor der Tür, wo dann meist die wirklich guten Gespräche entstehen. Ich genieße es ja, dass ich nach einem Kneipenabend nicht sofort die Haare waschen muss und auch nicht alle Kleider sofort in die Wäsche müssen. Es gibt aber diesen Moment, in dem ich es vermisse, einen leichten Dunstschleier über den Köpfen der Leute zu sehen, wenn ich eine Trattoria betrete. Gleiches gilt natürlich für Gaststätten in Deutschland… Aber solange in den eigenen vier Wänden noch ein Pfeifchen geraucht werden darf, ohne dass der obligatorische Rauchmelder anspringt, überwiegen die Vorteile. Was mich nur immer noch fasziniert: Mit welcher Konsequenz ein Gesetz beachtet wird, das so unglaublich viele Italiener betrifft. Denn es raucht ja ein Großteil der Bevölkerung… Achtet ‚mal drauf, was man mit Zigarette alles machen kann: Telefonieren und gleichzeitig die Straße zu kehren, ist noch die leichteste Übung! Das beweist eine jede Müllfrau! Und selbst die Statuen halten gekonnt eine Zigarette in der Hand. Die sigarette elettroniche sind dann wieder ein ganz anderes Kapitel. Aber wer will schon unbekannte chemische Mischprodukte inhalieren?! – wobei … in Italien scheint das ein neuer Renner zu sein. Ich bleibe dran…

smokie

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4 Kommentare zu „Vietato fumare – no smoking!“

  1. Witzig… – ich bin echt gespannt, wann die Läden wieder schließen. Viele Römer jedenfalls sehen die e-Zigaretten als willkommene Abwechslung. Auch ich hab nach wie vor keine einzige Frau mit elektronischem Glimmstängel gesehen. Wir bleiben dran!

  2. Die Läden für elektronische Zigaretten sind im letzten Jahr hier unten wie Pilze aus dem Boden geschossen. Aber in den Zweien, an denen ich jeden Tag vorbei komme, steht immer nur der Verkäufer. Daher kann ich nicht sagen, welchen Erfolg sie haben. Mal sehen, wie lange sich diese Läden halten.

    1. Ich habe zuerst auch gedacht, das sei so ein Flop wie die Bubble Tea Läden in Deutschland… Aber ich sehe in Rom doch wirklich eine ganze Menge Männer, die an e-cigarettes ziehen. Damit dann auch gern wieder i m Lokal sitzen. Ist ja schließlich kein Tabak 😉 Frauen habe ich lustigerweise noch nicht damit gesehen, aber einige Männer scheinen es jetzt erstmal als gadget zu betrachten… In den vielen Läden sieht man dann tatsächlich selten Kundschaft. Aber da könnte ich auch noch jede Menge Bilderrahmenwerkstätten, Reinigungen etc. aufzählen. Wir verfolgen das ‚mal weiter. Sherlock-Grüße!

      1. Ich habe mal darauf geachtet: Tatsächlich konnte ich auch nur Männer mit e-Zigarette frinden. Die Verkäufer in den Läden sind auch alle männlich.

        Die Bilderrahmenwerkstatt drei Straßen weiter ist inzwischen geschlossen. Da hat sich eine Schneidereikette eingenistet; kein neuer Zigarettenshop.

        Sherlock’sche Grüße zurück,
        Corinna

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