Porta Portese – ein Tor, ein Flohmarkt, eine Inspiration!

Porta PorteseDirekt hinter der Porta Portese – einem Tor, das unter Papst Urban VIII. 1644 erbaut worden ist – schließt sich an jedem Sonntag ein riesengroßer Flohmarkt an. Zur Porta Portese zu gehen, ist in Rom zu einem Synonym für „auf den Flohmarkt gehen“ geworden. Die Fläche erstreckt sich von der Porta, an der Via Portuense entlang und parallel zur Viale Trastevere. Am einfachsten kommt man mit der Straßenbahnlinie 8 dorthin. Wer früh aufsteht, mag noch ein paar Schnäppchen ergattern, aber genauso hilfreich kann es sein, wenn man erst gegen 13Uhr eintrifft. Spätestens um 14Uhr wird nämlich abgebaut und eingepackt – bis zum nächsten Sonntag! Bis auf die Augustwochen, in denen sich das geschäftliche Leben in Rom auf ein Minimum zurückfährt, sind die meisten Händler jede Woche wieder am gleichen Standplatz zu finden. Es lohnt sich also, immer ‚mal wieder vorbeizuschauen. Ich habe mir für meinen Flur eine schöne Porzellanlampe gekauft, zwischendurch aber auch wegen Haushaltsgegenständen und ähnlichem Krams immer ‚mal wieder einen Bummel über den wuseligen Markt gemacht. Weniger eng und überlaufen als der normale Wochenmarkt in Catania macht es einfach Spaß, herumzulaufen und die Blicke schweifen zu lassen. Es gibt Ecken mit den professionelle Kleiderhändlern, indische Schmuckstände und wiederum andere Gassen mit Bohrmaschinen, Emailleschildern und Kunstblumen.

In jedem Reiseführer wird davor gewarnt, achtlos mit dem Portemonnaie in der nur lässig umgeworfenen Handtasche über den Markt zu schlendern. Ich habe mein Geld meistens in einer Jackeninnentasche bei mir getragen und trotzdem eine – leere – Tasche über der Schulter. Schließlich will ich meine Einkäufe auch irgendwie nach Hause transportieren. Übrigens wird immer wieder behauptet, man könne das, was vergangene Woche gestohlen wurde, am Sonntag drauf bereits auf dem Porta Portese Mercato wiederfinden… Wer Spaß dran hat, findet aber neben seiner eigenen Handtasche auch noch Mussolini-Bücherstützen neben Illustrierten aus den 1960ern, Life-Ausgaben aus den 1930ern und alten Mickey-Mouse-Puppen. Im Sommer unbedingt eine Kopfbedeckung mitnehmen: die Sonne brennt unbarmherzig!

Porta Portese Schmuck

Weshalb ich ausgerechnet heute auf den römischen Flohmarkt komme? Ganz einfach: Ich war in München auf einem ganz ähnlichen… Ok, der war drinnen, auch kleiner, und es ist gerade Winter, noch dazu kein Sonntag… Aber ein Flohmarkt wars dann eben doch! Und auch noch ein riesengroßer und wirklich bunt zusammengewürfelt!

Midnightbazar MünchenMidnightbazar hieß das Großereignis, das sich in Freimann im „Zenith“ jetzt schon seit 4 Jahren hält. Zum Geburtstag war heute ein so genannter Gutenacht-Flohmarkt angesetzt, der von 16Uhr bis Mitternacht ging. Live-Musik, Stelzenkünstler im Gewimmel und hunderte von Ständen mit Krimskrams waren in einer riesigen Industriehalle aufgebaut. Klar, im deutschen Winter bleibt einem ja auch nichts anderes übrig. Bars rundeten das Ganze ab. Feilgeboten wurden vor allem Klamotten, Wühlberge mit Schuhen, Schals und Co. dazu die üblichen alten Telefone in den drei Standardfarben Grün, Beige und Orange sowie zig selbstgemachte Unikate von Babymützchen über Ketten bis zu Handytaschen Umhängebeuteln. Die Leute, die sich zwischen den Ständen schoben und schubsten waren wiederum so spannend wie die Verkaufsutensilien selbst: vom überindividualisierten Hipsterverschnitt über die preisbewussten Schnäppchenjäger und alte Damen mit Pelz und Hut war alles dabei, was sich auf den Beinen hielt. Entsprechend lang die Schlange am Einlass: gut 100m trennten die Ankommenden vom eigentlichen Midnightbazar. Die lange Schlange hätten eigentlich noch Schildchen mit Warnhinweisen wie „Ab hier noch 30 Minuten!“ oder „Klo!“ oder „Verkaufe Warteplatz!“ auflockern müssen, dann wäre der Eventcharakter perfekt gewesen.

Drinnen konnte ich mein Highlight übrigens eindeutig benennen! Nicht der Split-Ender von Talavera oder das Brautkleid, das zum Verkauf angeboten wurde, sondern das Eiertablett aus der „Collection Burg Nassau“. Sind es nicht genau diese Sachen, die Flohmarktbesuche immer wieder zu einem Erlebnis machen? Hach…

Eiertablett

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Ein Gedanke zu „Porta Portese – ein Tor, ein Flohmarkt, eine Inspiration!“

  1. Ja, genau. Man findet einfach die unglaublichsten Dinge auf einem Flohmarkt… und meistens wusste man vorher nicht mal selbst, dass man eigentlich genau DAS suchte. 😉

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