-eria!

Nein, beim Titel fehlt nicht die Hälfte… oder doch, eigentlich schon. Aber der Reihe nach: Seit Jahren fotografiere ich in Rom allerhand Schriftbilder. So ist eine abwechslungsreiche typographische Sammlung entstanden. Neonschilder, Werbezeichen, manchmal auch Graffitis oder Straßenschilder. Mir geht es einerseits um die Schrifttypen, eben Typographie. Andererseits habe ich eine Spezialsammlung angelegt, die aus den verschiedensten „eria-Wörtern“ besteht. -eria? Ja, genau: Profum-eria, Salum-eria, Bigiott-eria, Pizz-eria, Joghurt-eria …

IMG_5777.JPG

Man glaubt gar nicht, was es neben den üblichen Bezeichnungen wie Trattoria oder Pizzeria alles gibt. Sehr gern mag ich ja die Latterie, die vielleicht am ehesten an die deutsche Bezeichnung der 1950er „Milchbar“ erinnert: latte – Milch! Selbst eine Salsicceria hatte ich in meiner Sammlung, die ich gern als ein eigenes Buch herausgegeben hätte. Ja, hätte … meine externe Festplatte hat den Geist aufgegeben und bis auf einige wenige Digitalfotos, die ich zufällig in anderen Ordnern gespeichert hatte, sind alle meine Bilder futsch!

Ich hätte gedacht, dass ich mit unregelmäßigen Sicherheitskopien meiner Archivrecherchen auf der sicheren Seite bin, seitdem ich in Rom einmal durchleben musste, wie es sich anfühlt, wenn der Laptop mit dem größten Teil der Archivrecherchen gestohlen wird und eben nicht das vollständige Backup bereitliegt. Aber dass ich auch die Daten der externen Festplatte doppelt hätte sichern müssen? Gleich morgen sichere ich alle meine Vortrags- und Aufsatzdateien sowie die Transkriptionen von Quellenbeständen, die ich für mein laufendes Forschungsprojekt bereits erstellt habe.

Ja, -oria war natürlich auch dabei …

DSC_0425.JPG

Aber es ist ja nicht eilig … ich werde wieder von vorn beginnen, neue Schriften entdecken und eine sichere(re) Dokumentation anlegen. Einem Historiker ist es im vor-digitalen Zeitalter ‚mal passiert, dass die Ergebnisse von wohl einem Jahr intensiver Recherchen in ausländischen Archiven gestohlen wurden, als jemand das Auto aufbrach … Was tut man dann? Genau, man beginnt noch einmal von vorn. Vielleicht sogar mit einem noch gezielteren Blick fürs Wesentliche, denn man sitzt ja sprichwörtlich nicht zum ersten Mal über den Akten. So schlimm ist es mir ja nichtmal ergangen. Es sind schöne Fotos verloren gegangen, aber nicht meine Ergebnisse aus den Archiven in Nürnberg, Stuttgart, Berlin, Eichstätt und Augsburg. Ich werde also in meinen Arbeitspausen wieder mehr mit der Kamera unterwegs sein. Jedenfalls in Rom!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s