Should Scotland be an independent country?

Vote (x) only once heisst es auf den Stimmzetteln. Ja, die Frage, die nicht nur die Schotten noch mindestens bis zum späten Abend umtreibt… Die schottischen Bürger ab 16 Jahren treffen eine Entscheidung von historischer Tragweite. Wie es ausgeht? Welche Konsequenzen die Entscheidung für oder gegen den Austritt der Schotten aus der Union mit England haben wird? Man liest in europäischen Zeitungen genug Pro und Con.

FotoAber wer weiß schon, dass der letzte Stuart im Petersdom in Rom bestattet wurde und ihm dort ein großes Grabmal errichtet wurde?! Agnes Crawford hat unter @understandrome heute das Foto gepostet, das einen guten Eindruck von der letzten Ruhestätte von James Francis Edward Stuart (1688–1766) vermittelt.

Ich habe eine der neuesten Veröffentlichungen zum letzten Stuart in Rom vor kurzem auch für die Sehepunkte rezensiert. Der als Old Pretender bekannt gewordene Sohn James‘ II. von England und Maria von Modena galt als James III. als Thronanwärter für England. Als Prätendent für schottischen Thron nannten ihn seine Anhänger James IV.

Die Variante, dass der aktuelle Chef des Hauses Wittelsbach, Herzog Franz von Bayern, als entfernter Verwandter der Stuart-Dynastie Ansprüche auf die schottische Krone erheben könnte, vertreten allerdings nur noch eine Handvoll Jakobiten aus Schottland. Der Herzog hat sich selbst bereits dahingehend geäußert, dass er keine Ambitionen hegt, König von Schottland zu werden. Die Union of the Crowns soll ohnehin nicht in Frage gestellt werden, Queen Elizabeth II. bliebe also unangetastet, egal wie das schottische Unabhängigkeitsreferendum ausgeht.

Mal sehen, was die Zeitungen morgen früh titeln! Die Titelbilder jedenfalls sind alle ziemlich großartig! Don’t leave us this way?!

Foto

Advertisements

Ferragosto!

Kolonnaden im AugustEs ist ja ein leichtes, Rom am 15. August vorzustellen… Es ist dann doch der eine Tag, an dem alles städtische Leben zum Erliegen kommt. Endlich ‚mal keine Leute am Petersplatz. Die Grillen zirpen so laut sie können, die Brunnen plätschern, wenige Touristen füllen sich ihre Flaschen mit Wasser auf, ansonsten läuft das Wasser einfach nur für Katzen und Vögel. Einsame Wagen der Polizia inspizieren das Kapitol oder fahren schleichend um die Piazza Repubblica, um Präsenz zu simulieren.

Spannender ist aber die Frage, wo die Römer eigentlich sind. Die Urlaubszeit dehnt sich ja schon längst nicht mehr auf den ganzen Monat aus. Das können sich die Franzosen vielleicht noch leisten, in Italien ist die Zeit schon Geschichte, in der die ganze Familie für 4-6 Wochen ins Ferienhaus an den Strand umsiedelte. Trotzdem: Strand muss sein und wenn nicht wenigstens zwei Wochen, dann zumindest über ferragosto.

Sperlonga ist sicherlich einer der beliebtesten Strände für die Römer. Noch im Süden von Lazio gelegen. Sauberes Wasser, saubere, wenn auch schmale Strände und eine Promenade, die inzwischen sogar Fahrradwege und Kinderspielplätze mit Fußballbereichen und Volleyball-Plätzen bietet.Sperlonga Ombrellone, lettini und eine gut gefüllte Picknickkühltasche gehören dazu, dann die Großfamilie eingepackt und ab an den Strand. Gegen 18 Uhr leert er sich dann wieder wie das Bild zeigt, das ich gegen 18:30Uhr aufgenommen habe. Jetzt kommen einzelne ältere Damen aus Sperlonga, die ihr Handtuch überm Arm tragen und für einen kurzen Moment ins Meer schreiten. Die anderen finden sich in den Strandbars und Restaurants wieder, wo überhaupt erst um 17:30Uhr der Roulade hochgezogen wird. In Sperlonga sind übrigens wenig Touristen, vielleicht mehr als am Strand von Sabaudia, aber die Mehrzahl der Urlauber sind italienische Familien, oft genug römische… Man macht Erinnerungsfotos am Strand, im Wasser, beim Essen und bleibt zwei Wochen Minimum.

Strandurlaub

Erholsam ist es allemal… Wobei ich zugeben muss: Für mich reichen die zwei Stunden zwischen 18 und 20Uhr, wenn es insgesamt leerer wird. Das Gewimmel und Gewusel, die Schmuck- und Bikiniverkäufer, die am Strand ihre Waren feilbieten und der allgemeine Lärm wäre mir tagsüber zu viel. Mal ganz abgesehen von der Sonne, die mir trotz ombrellone schnell zu heiß wird. Grottenolmweiße Haut ist da halt empfindlich…

Witziger ist es allerdings tagsüber, weil man so schön die Leute beobachten kann, die mit dem Handy am Ohr im Wasser stehen und telefonieren. Oder die Kinder, die versuchen, Mama einzubuddeln, die eigentlich viel lieber sonnengebräunt nach Hause käme als halb eingegrabene halbweiße Beine zu präsentieren. Zum Schwimmen muss man übrigens in Sperlonga wie in Gaeta weit hineingehen, das Wasser bleibt sehr flach und bietet damit beste Spiel- und Planschmöglichkeiten für Familien mit Kindern.

Und wem das noch nicht reicht, der kriegt hier das letzte Stimmungsbild vom Abend. Kleine Piazza mit wifi und Treppe zum Strand. Dazu eine Eisdiele, die trotz perfekter Lage noch bemüht ist, auch tatsächlich gutes Eis anzubieten. Und Kultur ist auch nicht weit, es gibt ja noch die Villa des Tiberius ums Eck. Aber das muss vielleicht auch nicht jeden Tag sein!

Sperlonga am Abend

Hitze aussperren – Sommer in Rom!

So wird das sicherlich nichts: die Jalousie muss richtig schließen! Aber es ist wirklich keine Hexerei im August in Rom auch ohne Klimaanlage zu überleben. Man muss sich nur an eine Regel halten, die schlicht darin besteht, abends die Fenster und Türen weit aufzureißen, um die kühle Abend- und Nachtluft hineinzulassen…

Sommer in Rom

Morgens steht man dann früh auf, um die kühle Morgenluft zu genießen und verschließt sofort um 6/7Uhr die Fenster und lässt die Jalousien herunter oder schließt die Fensterläden. Ich verbinde daher mit den heißen Sommermonaten immer Bilder aus schattigen Wohnungen. Dazu vielleicht noch ein kühles Wasser mit Zitronen- oder Limonenscheiben und dazu ein paar Eiswürfel! Aber die meisten Palazzi haben inzwischen auch bereits die verräterischen Kästen an, über oder unter den Balkonen: Air Condition hält Einzug. Und wem will mans verübeln? Vor dem Schlafen noch 30 Minuten lang kühlen und man schläft so viel leichter ein! Ich bin gerade zurück in Deutschland und mitten in ein Regentief hineingeraten. Was man im August in Rom sonst noch schönes machen kann und wieso 70.000 deutsche Ministranten die römische Metro und sämtliche Sightseeing-Hotspots erobert haben, dazu in den nächsten Tagen mehr. Erstmal: buona notte!

 

RomAdvisor: Old Bridge!

Gelateria_Old_Bridge

Eine der besten Eisdielen ist in Rom die Gelateria Old Bridge. Ich bin mir ehrlich gesagt gar nicht sicher, ob ich schonmal von ihr erzählt habe… Sie liegt direkt gegenüber von der Vatikanischen Mauer. Ja, die ist lang, aber man kann sich auch gleich die Adresse notieren: Viale Bastioni di Michelangelo, 5 in Prati. Ziemlich nah an der Piazza del Risorgimento und gegenüber liegt die Bronzetür in der Vatikanischen Mauer. Daran kann man sich gut orientieren. Während einige hippe Eisdielen wie beispielsweise Vice das kleinste Eis inzwischen in wirklich kleiner Menge in einen Minibecher geben, bekommt man bei Old Bridge nicht nur hervorragendes Eis (hat Vice natürlich auch), sondern auch noch große Portionen!

Das beste Preis-Eis-Verhältnis hat wirklich diese – stets überlaufene! – Eisdiele, die in den 1980ern eröffnet wurde. Kein Abend, an dem sich nicht ein Pulk aus Motorini, Pärchen mit Sommerkleid (sie) und Lederjacke (er) vor der Tür versammelt. Und in amerikanischen Reiseführern muss die Eisdiele inzwischen ihren festen Platz haben, denn außer meiner Freundin Britta sind es eigentlich fast nur americani, die zwischen den jungen Italienern anstehen, um ihr Eis zu bekommen. Witzig ist auch das Video, das ein begeisterter Tourist gemacht hat, als er sein letztes Eis vor der Abreise bestellte…

Und was muss ich sehen, als ich diese Woche in Stuttgart im Archiv war? Auch Stuttgart (Stoccarda) hat sein Old Bridge. – Wo auch sonst? – Eine Filiale in Rom, eine Filiale in Stuttgart. Immerhin können sich die Germanwings-Kenner nun auch nördlich der Alpen über das Eis freuen. Hierzulande allerdings doppelt so teuer und damit schon wieder kein vertretbarer Tipp mehr.

Man muss eben doch in die Ewige Stadt, um es wirklich zu genießen! Buon appetito!

Old Bridge Stuttgart

 

Der Kaffee ist … alle!

Ein Trauerspiel so ein Blick in die leere Kaffeetüte…

Foto 1

Wobei sich das Aroma ja ohnehin verflüchtig, wenn man das gemahlene Kaffeepulver nicht schnell in eine Blechbox umfüllt. Und genau das habe ich natürlich gerade mit dem Rest meines Castroni-Caffès getan. Ich verwende schon seit Jahren eine alte Teedose von Angels Tea für mein – dann aromageschütztes – Kaffeepulver… Und die Dose ist jetzt nicht mehr halb voll. Es wird also Zeit für den nächsten Rombesuch! Ich kriege hier natürlich genauso guten Kaffee, das ist gar nicht die Frage. Aber ein bisschen Freude im Alltag macht es eben, wenn ich genau weiß, dass ich den Kaffee über die Alpen getragen habe. Dass ich mir aus Prinzip nicht den natürlich eigentlich viel sinniger verpackten Vakuumkaffee geben lasse, sondern die Bohnen im negozio an der Via Boccea oder an der Via Cola di Rienzo, 192 mahlen lasse, hat stets den Effekt, dass dann mein ganzes Handgepäck zwei Tage lang nach Kaffee duftet.

Castroni … hauseigene Mischung!

Vatikan in München?

Fronleichnam, 19. Juni 2014, Ludwigstraße München

DSC_0866

Ja, genau… da ist eine Vatikanfahne zu sehen. Am Ende der prozessionierenden Pfarrgemeinden fielen die Farben des Vatikans rasch ins Auge. Ob es sich um eine waschechte Vaticanista handelt? Ins Gespräch kamen wir nicht…

Fahne_VatikanAber wenn schon keine Vertreter italienischer katholischer Gemeinden mitliefen, ist immerhin der Vatikan ein bisschen dabei gewesen. Ganz erstaunlich ist in München mit ca. 8.000 Teilnehmern das breite Feld der Münchner Gemeinden, die mit Landesfahne und Tracht mitziehen. Dazu zählen Ukrainer, Tschechen, Koreaner, Ungarn oder Polen.

Kroatien war besonders stark vertreten. Hinter den 5-10 in Tracht gekleideten, die ihre Gemeinde anführten, schlossen sich zahlreiche Kroaten in Fußballtrikots ans. Brasilien und Portugal organisieren sich in München wohl als Gemeinde der portugiesischsprachigen Länder. Die kongolesische Gemeinde unterschied sich kaum von der französischen Gemeinde, die absolut von den Übersee-Departements vertreten wurde.Kroatien

 

Selten präsentiert sich ein so heterogener und zugleich so im Glauben vereinter Zug auf Münchens Straßen. Nur die Italiener fehlten eben. Und dabei leben doch – wenn ich den statistischen Erhebungen glauben darf – über 21.000 Italiener in München. Vielleicht in den Sommermonaten sogar noch einige mehr. Ich will nämlich gar nicht zählen, wie viele italienische Eisdielen es hier hat. Also wirkliche gelaterie italiane, die im Winter schließen, aber im Sommer ein brummendes Geschäft machen und von zahlreichen italienischen Familienangehörigen unterstützt werden, die nicht ständig nördlich der Alpen leben. In meinem Stadtviertel sind es überproportional viele Sizilianer, was mich besonders freut, weil ich ja gute Freunde auf Sizilien habe. Und bevor mir jetzt einfällt, dass ich die drei schon viel zu lange nicht mehr besucht habe: Ciaociao, ich werde noch ein Eis essen! Die Prozession ist eh zu Ende…

Ukrainerinnen_Fronleichnam_München2014

Rosenblätter im Pantheon

Überall kann man lesen, dass die wenigsten Menschen noch erklären können, was an Pfingsten gefeiert wird. Dabei ist das Fest, dass daran erinnert, dass der Heilige Geist über die Apostel kam – wie flammende Zungen – eines der wichtigsten für die Verbreitung der Frohen Botschaft in alle Welt. Während sich beim Turmbau zu Babel niemand mehr verständigen konnte, redeten die Apostel nach dem Pfingsterlebnis in allen Sprachen bzw. jeder, der zuhörte, konnte sie in seiner jeweiligen Muttersprache sprechen hören. Flammen, Zungen – und dann doch Rosen? – Genau!

Rosenregen an Pfingsten im PantheonAm Pfingstsonntag regnet es durch das berühmte Loch im Dach des Pantheon in Rom Rosenblätter. Sie sollen an das Pfingstwunder erinnern. Eigentlich sogar an zwei Pfingstwunder: Zum einen an den heiligen Geist, der über die Jünger kam, zum anderen an das Pfingstwunder des frühen Mittelalters. Im Jahr 609 wurde der bisher allen heidnischen Göttern geweihte Pantheon-Tempel als christliche Kirche geweiht. Das Pantheon heißt daher als Marienkirche auch Sancta Maria ad Martyres. Bei einer Papstpredigt im Jahr 609 soll dann erstmals ein Regen aus roten Rosenblüten, der optisch an die „Feuerzungen“ erinnert, auf die Gläubigen niedergegangen sein. Weiterlesen „Rosenblätter im Pantheon“