Picknickzeit in Rom!

Si fà… – a volte – anche picnic! Auch wenn das auf Italienisch dann mehr so ein „picke-nicke“ ist. Ein Endungsvokal muss halt sein!

Picknickplatz I

Und es ist definitiv Picknickzeit in Rom! Ich dachte, es wäre ein Ausflugtagswetter, weil die meisten Auto in meiner Straße fehlten. Kaum hatte ich mich jedoch zu Fuß auf den Weg in den Park, der Villa heißt, gemacht, konnte ich sehen, wo die italienischen Nachbarn mit ihrem Auto steckten: Familien mit Großeltern, Enkeln, Kindern, Cousins, Schwägerinnen und alles, was bei drei nicht hinterm Sofa war auf Decken, Campingstühlen oder joggend mit Kopfhörern im Park. Die macchine eng aneinandergeparkt vor dem Park! Um genau zu sein: Die Autos parkten alle mehr oder weniger auf dem Begrünungsmittelstreifen der Olimpica, der Straße, die eigentlich Via Leone XIII heißt. Ich glaube, wenn ich mich richtig erinnere, wird diese den Park durchschneidende Ausfallstraße einfach Olimpica genannt, weil sie im Zuge der Infrastrukturmaßnahmen rund um die Olympischen Spiele 1960 angelegt wurde. Da hätte man sich den Papst eigentlich für andere Straßen aufsparen können…

Picknickplatz IIAber zurück zum Park Doria Pamphilj, in dem sich die Menge tummelt, Fußball spielt und und und… Ich habe dort nämlich heute Mittag beim Spazierengehen einen sehr lauschigen schönen Platz unter einem niedrig gewachsenen, aber dennoch alten Bäumchen gefunden. Blick auf die grüne Wiese davor, geschützt durch kleines Wäldchen dahinter. Blick auf den Weg – in ausreichender Entfernung. Ein ideales Picknickplätzchen! Einziges Problem: Ich esse gar nicht gern auf dem Boden… und ehrlich gesagt hat mich natürlich nach 1 Minute stillen Sitzens schon die erste Mücke ins Schienbein gestochen. Und es krabbelt überall… Irgendwie stört mich das Krabbeln von Ameisen, Spinnchen, Fliegen und Co. sehr viel weniger, wenn ich auf einem Stuhl an einem Tisch sitze. Das kann der wackeligste Tisch sein, aber er hebt mich und vor allem mein Essen die entscheidenden 60/66cm über den Boden! Vermutlich bin ich einfach kein echter Picknicker… Jedenfalls folgten mir aus sicherer Entfernung zig Augenpaare als ich nach ca. 7 Minuten und 3 Telefonaten mit diversen Kaufinteressenten meiner verbliebenen letzten Möbel beschlossen habe, aufzustehen. Non si fà?! Doch! Ich schaff es einfach nicht, da länger auf der Wiese herumzusitzen. Aber wenn jemand Interesse hat, gebe ich gern die Koordinaten für dieses lauschige Picknickplätzchen durch.

Picknickblüten

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Si fà…

Normalerweise heißt es ja eher „Non si fà!“ – „Das macht man nicht!“ In Rom spielt es aber dann doch eine entscheidende Rolle, was man eben tut. Und morgen ist der 1. Mai, da gibt es gleich eine ganze Menge zu tun: Am 1. Mai fährt man ins Grüne – zum Beispiel nach Frascati – und man isst fave! Diese dicken grünen Bohnen, die oft noch etwas unreif sind, haben nicht unbedingt etwas mit Frascati zu tun, das ja eher wegen des gleichnamigen Weißweins ein Begriff ist. Nein, fave werden nunmal am 1. Mai gegessen…

FaveSie schmecken mir nicht… Aber einmal musste ich das Spiel also auch mitmachen. Vor zwei Jahren bin ich mit Freunden in die Albaner Berge gefahren, es gab kühlen Weiterlesen „Si fà…“

Frühling, finalmente!

Zugegebenerweise: Ich habe heute bis um 15Uhr geschlafen. Bin auch sonst nur mit Schlafen und schlapp-Sein durch den Tag gekommen, aber immerhin komme ich bis zum Fenster! Und wenn ich das öffne, dann kommen die typischen Vogelstimmen des Frühlings herein… Amsel, Drossel, Fink und Star… Ok, den Star habe ich nicht gehört, aber vor einigen Tagen ein paar Stare auf dem Rasen bewundert. Amseln sind viele hier und die singen!

Außerdem blühen jetzt doch endlich die Blümchen im Vorgarten! Zum Beispiel diese hier, die zu meinen absoluten Lieblingsblumen gehören:

Krokusse?

Auch wenn es fast so wirkt, als ob es sich um ungewöhnlich rotfarbige Krokusse handeln könnte. Oder Grokusse?! Nee, es sind Freesien! Der Regen hat die Blüten einfach nur nach unten ins Gras gedrückt. Dabei müssten die Freesien doch eigentlich was aushalten? Im Lexikon heißt es doch immer, Freesien kommen aus Afrika, gehören zu den Schwertliliengewächsen und wachsen in Regionen mit Winterregenfällen. Wenn Rom nicht zu den Winterregengebieten zählt, welche Stadt denn dann?!

Jedenfalls liebe ich Freesien! Den zarten Duft, die gelben ganz besonders. Weiße aber auch schonmal. Wenn ich Blumen benennen müsste, die zu meinen all-time-favourites gehören, dann wären unter den Lieblingsblumen Nummer 1 Tulpen und Nummer 2 mit kurzem Abstand dann die Freesien. Leider komme ich damit nicht durchs Jahr… Vor allem die Tulpenzeit ist mir immer viel zu kurz!

Hier übrigens auch noch ein Exemplar in meiner Lieblingsfarbe (in etwa … gelb):

Freesien

Smalltalk für den Fahrstuhl, Botschaftsempfänge und Allerweltsgespräche:

Die Blumengattung der Freesien [lat. Freesia] wurde durch den Botaniker Christian Friedrich Ecklon entdeckt und im Jahr 1866 in der unregelmäßig erscheinenden entomologischen Zeitschrift Linnaea mit dem Namen „Freesia“ versehen; Ausgabe Nr. 34, S. 672 um genau zu sein. Mit dem Namen ehrte er seinen Freund und Schüler, den Mediziner Friedrich H.T. Freese. Und wem das nicht reicht: Ecklons botanisches Autorenkürzel lautet Eckl. Man kann also auch ganz wichtigtuerisch von Freesia Eckl. ex Klatt sprechen.

So, nu‘ aber Schluss, ich muss mich schon wieder hinlegen. Frühling heute ohne mich.

Frühling III oder: Nur für dich, Sonja!

Nachdem ich heute Morgen schon Fotos vom verschneiten Berlin gesehen habe, will ich doch entgegenhalten, dass es den Frühling gibt! Er braucht halt dieses Jahr nur etwas länger. In Rom hat es wieder für Tage geregnet. Heute hat sich aber bereits kurz nach dem Aufstehen am späteren Vormittag ein kleines „Hoch“ abgezeichnet. Ok, „Hoch“ ist zuviel gesagt. Aber es wurde heller, die graue Wolkendecke riss hier und dort sogar auf und es fiel ein leichter Schatten. D.h. es muss auch Sonne da gewesen sein. Milder als in Berlin und anderen Teilen des im Winter erstarrten Deutschlands ist es hier sowieso. Spitzenwerte erreichen 14°C. Was für mich normal ist und die Römer verzweifeln lässt, weil es so kalt und verregnet ist, scheint für meine deutschen Freunde fast schon Hoffnungsschimmer zu sein. Und deswegen habe ich mich heute auf die Suche nach den ersten Frühlingsboten gemacht. Vorweg: Liebe Sonja, es gibt sie!!!

Auf meinem Balkon hat es eigentlich allen Kälteeinbrüchen zum Trotz mein Alpenveilchen geschafft, den Winter zu überleben!

Alpenveilchen

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Frühling II

Frühjahrsputz IFrühjahrsputz sieht bei meinen Nachbarn im Palazzo auf der anderen Seite so aus…

Man beachte bitte den stilvoll verknoteten Plastiksack als improvisierten Haarschutz. Rasen mähen kann jeder. Das hier ist Roden! Es gab kaum Nullgrade in Rom im vergangenen Winter und die Gärten wuchern dann eben schnell zu. Wie bei den Nachbarn sieht es trotzdem nicht überall aus. Mein Portiere stutzt die Hecken und unsere kleinen murksigen Grünflächen den Rasen auch im Dezember und Januar regelmäßig. Über meinen Portiere kann ich ja auch kein schlechtes Wort verlieren. Die Nachbarn und deren Gartenkünste waren mir bislang hingegen gar kein Begriff. Bis heute früh um 7:28 Uhr: brrrrrrmmmmm…. vvvvrooooommm. So eine Motorsense ist ja halt auch viel vorzeigbarer effektiver als so eine manuelle. Ganz zu schweigen, was man damit für einen aufsehenerregenden Krach fabrizieren kann, damit auch der ganze Innenhof des Palazzo beschallt werden kann. W u n d e r b a r !

Der Frühling kommt also Schritt für Schritt. Die Freude überwiegt. Bei mir durchaus auch angesichts der Tatsache, dass die Nachbarin jetzt endlich fertig ist und der Garten nebenan gekürzt in neuer Flächigkeit erstrahlt. Wenn man das ‚mal so sagen darf. Mehr außer plattem Grün ist da nämlich nicht. Ok, viel plattes Grün und ein dicker, hoher Baum. Früüüüüühling…

„Früüüüühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist’s!
Dich hab ich vernommen!“

(leicht abgewandelt nach Eduard Mörike)

Frühling

Wenn der Frühling nur zaghaft voran kommt, dann komme ich ihm halt auf halber Strecke entgegen. So der Plan: schnellwachsend, vitaminreich, grün! Was ist das? Klar, Gartenkresse. Das Zeug, das jeder im Kindergarten auf Wattebäuschen hat gedeihen sehen. Essen wollte ich es nicht unbedingt, inzwischen mag ich es auf Rührei und auch auf Quarkbrot gestreut. Warum also nicht ein kleines grünes Beet um meine Ostereiner herumzaubern?!

Kresse 1

Gesagt getan! Eierkarton geschnappt (wegen der Ostereier) und Watte aus dem Bad geholt. Passte alles. Schön gewässert, Samen verstreut. Ok, Samen krümelten sich alle in der Mitte der Wattepads zusammen, obwohl ich Muster gelegt hatte. Egal. Solange es keimt und ordentlich grün wird!

Nach einem längeren Spaziergang habe ich dann aber festgestellt: Eierkarton? Ganz schlechte Idee. Zwischenstand: Watte fast wieder trocken. Sie funktionierte nur als Durchgangsstation. Das Wasser hatte sich voller Begeisterung in den blöden Eierkarton gesogen. Eindeutig erkennbar an der dezenten Farbveränderung…

Kresse 2Also Schokoladeneier wieder einsammeln und in einem Glas zwischenparken. Ein Teller musste her. Das sieht jetzt zwar nicht mehr so schön aus wie vorher, aber ich habe die Hoffnung, dass die Watte feucht genug bleibt, damit ich spätestens morgen Abend Kresse auf mein Brot streuen kann. Oder spätestens auf das Frühstücksei am Karsamstag.

Kresse 3

Ich gucke brav alle 15 Minuten nach wie sich die Samen so entwickeln. Bislang gefällt es ihnen auf dem Teller wohl ganz gut. Auf und davon gemacht hat sich noch keiner. Alle noch da. Und wenn die Kresse dann schön hoch und grün ist, lege ich die kleinen schokoladigen Eier doch wieder hinein. Das hat dann zwar nichts vom Ostereiersuchen früherer Zeiten, aber es kann eben nicht jedes Jahr in einem venezianischen Palazzo nach Schokoladeneiern gesucht werden… Das hatte ich nämlich 2011.

Wie werdet ihr Ostern feiern? Zu Hause? Auf Reisen? Hier in Rom werden wieder zehntausende Osterreisende erwartet. Petersdom und Petersplatz wird es daher in diesem Jahr für mich nicht. Das ist mir zu voll und zu aufgeregt. Ich habe mich schon für eine deutlich kleinere Kirche entschieden.

Caffè-Orte

Es kommt nicht nur darauf an, welchen caffè man trinkt. Manchmal ist auch der Ort entscheidend! Wenn dann beides zusammenkommt, umso besser…

caffè

Seit heute Nachmittag weiß ich, dass ich viel zu spät damit begonnen habe, Weiterlesen „Caffè-Orte“