Ferragosto!

Kolonnaden im AugustEs ist ja ein leichtes, Rom am 15. August vorzustellen… Es ist dann doch der eine Tag, an dem alles städtische Leben zum Erliegen kommt. Endlich ‚mal keine Leute am Petersplatz. Die Grillen zirpen so laut sie können, die Brunnen plätschern, wenige Touristen füllen sich ihre Flaschen mit Wasser auf, ansonsten läuft das Wasser einfach nur für Katzen und Vögel. Einsame Wagen der Polizia inspizieren das Kapitol oder fahren schleichend um die Piazza Repubblica, um Präsenz zu simulieren.

Spannender ist aber die Frage, wo die Römer eigentlich sind. Die Urlaubszeit dehnt sich ja schon längst nicht mehr auf den ganzen Monat aus. Das können sich die Franzosen vielleicht noch leisten, in Italien ist die Zeit schon Geschichte, in der die ganze Familie für 4-6 Wochen ins Ferienhaus an den Strand umsiedelte. Trotzdem: Strand muss sein und wenn nicht wenigstens zwei Wochen, dann zumindest über ferragosto.

Sperlonga ist sicherlich einer der beliebtesten Strände für die Römer. Noch im Süden von Lazio gelegen. Sauberes Wasser, saubere, wenn auch schmale Strände und eine Promenade, die inzwischen sogar Fahrradwege und Kinderspielplätze mit Fußballbereichen und Volleyball-Plätzen bietet.Sperlonga Ombrellone, lettini und eine gut gefüllte Picknickkühltasche gehören dazu, dann die Großfamilie eingepackt und ab an den Strand. Gegen 18 Uhr leert er sich dann wieder wie das Bild zeigt, das ich gegen 18:30Uhr aufgenommen habe. Jetzt kommen einzelne ältere Damen aus Sperlonga, die ihr Handtuch überm Arm tragen und für einen kurzen Moment ins Meer schreiten. Die anderen finden sich in den Strandbars und Restaurants wieder, wo überhaupt erst um 17:30Uhr der Roulade hochgezogen wird. In Sperlonga sind übrigens wenig Touristen, vielleicht mehr als am Strand von Sabaudia, aber die Mehrzahl der Urlauber sind italienische Familien, oft genug römische… Man macht Erinnerungsfotos am Strand, im Wasser, beim Essen und bleibt zwei Wochen Minimum.

Strandurlaub

Erholsam ist es allemal… Wobei ich zugeben muss: Für mich reichen die zwei Stunden zwischen 18 und 20Uhr, wenn es insgesamt leerer wird. Das Gewimmel und Gewusel, die Schmuck- und Bikiniverkäufer, die am Strand ihre Waren feilbieten und der allgemeine Lärm wäre mir tagsüber zu viel. Mal ganz abgesehen von der Sonne, die mir trotz ombrellone schnell zu heiß wird. Grottenolmweiße Haut ist da halt empfindlich…

Witziger ist es allerdings tagsüber, weil man so schön die Leute beobachten kann, die mit dem Handy am Ohr im Wasser stehen und telefonieren. Oder die Kinder, die versuchen, Mama einzubuddeln, die eigentlich viel lieber sonnengebräunt nach Hause käme als halb eingegrabene halbweiße Beine zu präsentieren. Zum Schwimmen muss man übrigens in Sperlonga wie in Gaeta weit hineingehen, das Wasser bleibt sehr flach und bietet damit beste Spiel- und Planschmöglichkeiten für Familien mit Kindern.

Und wem das noch nicht reicht, der kriegt hier das letzte Stimmungsbild vom Abend. Kleine Piazza mit wifi und Treppe zum Strand. Dazu eine Eisdiele, die trotz perfekter Lage noch bemüht ist, auch tatsächlich gutes Eis anzubieten. Und Kultur ist auch nicht weit, es gibt ja noch die Villa des Tiberius ums Eck. Aber das muss vielleicht auch nicht jeden Tag sein!

Sperlonga am Abend

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Erdrutsch, Steinschlag… – mir fehlen die Worte!

Selten fehlen mir die Worte. Aber im Februar ist in Südtirol ein Stück Berg abgebrochen und den Hang hintergerollt, hat einen Stall durchschlagen und ist dann im Garten zum Liegen gekommen. Ein „Erdrutsch“ klänge genauso verharmlosend wie „Steinschlag“… Das war ja kaum noch ein Stein.

Vermutlich habt ihr die Meldungen vor etwa einem halben Jahr auch gelesen. Als ich vor kurzem in Südtirol war, habe ich mich dabei ertappt, permanent Ausschau nach den beiden Brocken zu halten. Gesehen habe ich sie weder vom Busfenster aus, noch vom Zugfenster. Aber es war auch gerade ein scioppero angesetzt und ich war heilfroh eingepfercht zwischen zwei – vermutlich streikenden – Trenitalia-Schaffnern, sieben Koffern einer allein reisenden amerikanischen Touristin und zwei dauertelefonierenden Italienerinnen überhaupt ein Sitzplätzchen ergattert zu haben. Da war der Blick aus dem Fenster Nebensache bzw. ohnehin eingeschränkt. Jedenfalls werde ich übernächste Woche zum Bergwandern aufbrechen und höllisch aufpassen, nicht einmal kleinste Steine loszutreten...

Bergrutsch, Steinschlag, Erdrutsch...

Rosenblätter im Pantheon

Überall kann man lesen, dass die wenigsten Menschen noch erklären können, was an Pfingsten gefeiert wird. Dabei ist das Fest, dass daran erinnert, dass der Heilige Geist über die Apostel kam – wie flammende Zungen – eines der wichtigsten für die Verbreitung der Frohen Botschaft in alle Welt. Während sich beim Turmbau zu Babel niemand mehr verständigen konnte, redeten die Apostel nach dem Pfingsterlebnis in allen Sprachen bzw. jeder, der zuhörte, konnte sie in seiner jeweiligen Muttersprache sprechen hören. Flammen, Zungen – und dann doch Rosen? – Genau!

Rosenregen an Pfingsten im PantheonAm Pfingstsonntag regnet es durch das berühmte Loch im Dach des Pantheon in Rom Rosenblätter. Sie sollen an das Pfingstwunder erinnern. Eigentlich sogar an zwei Pfingstwunder: Zum einen an den heiligen Geist, der über die Jünger kam, zum anderen an das Pfingstwunder des frühen Mittelalters. Im Jahr 609 wurde der bisher allen heidnischen Göttern geweihte Pantheon-Tempel als christliche Kirche geweiht. Das Pantheon heißt daher als Marienkirche auch Sancta Maria ad Martyres. Bei einer Papstpredigt im Jahr 609 soll dann erstmals ein Regen aus roten Rosenblüten, der optisch an die „Feuerzungen“ erinnert, auf die Gläubigen niedergegangen sein. Weiterlesen „Rosenblätter im Pantheon“

Porta Portese – ein Tor, ein Flohmarkt, eine Inspiration!

Porta PorteseDirekt hinter der Porta Portese – einem Tor, das unter Papst Urban VIII. 1644 erbaut worden ist – schließt sich an jedem Sonntag ein riesengroßer Flohmarkt an. Zur Porta Portese zu gehen, ist in Rom zu einem Synonym für „auf den Flohmarkt gehen“ geworden. Die Fläche erstreckt sich von der Porta, an der Via Portuense entlang und parallel zur Viale Trastevere. Am einfachsten kommt man mit Weiterlesen „Porta Portese – ein Tor, ein Flohmarkt, eine Inspiration!“

Vacanze di natale

Chiuso per le ferie! Kurze Minipause in zig Geschäften und Lokalen… Das normale Bild Mitte August! Aber in Rom ist an den Weihnachtsfeiertagen tatsächlich auch ein bisschen geschlossen. Zwar nicht ganz so konsequent wie im Sommer, aber das ein oder andere Schild lässt sich finden. Immerhin sind die meisten Supermärkte zu, denn ein bisschen verrückt fände ich es ja doch, wenn man an den Weihnachtsfeiertagen ganz normal in der Schlange an der Kasse steht, weil doch noch Milch fehlte. Oder was halt sonst so fehlen könnte. Buon natale!

ferie

 

Hinter den Kulissen – Figuren…

Mutter aller KirchenEin Faible für Figuren von hinten hatte ich schon immer! Mein erstes Foto dieser Art habe ich in einer Schutzengelkirche gemacht. Von vorn war es der perfekte goldene Engel, von hinten verschiedene grob zusammengenagelte Holzteile. Großartig!

Hier sind es die Figuren an der Balustrade von St. Giovanni in Laterano, dem Bischofssitz des Papstes. Omnium Urbis et orbis Ecclesiarum Mater et Caput. Die Lateranbasilika ist die „Mutter und Haupt aller Kirchen der Stadt [Roms] und des Weltkreises“. Oberhalb der Hauptfassade erkennt man mehrere Figuren, für die Galilei den Auftrag erhalten hatte. Weiterlesen „Hinter den Kulissen – Figuren…“

Alles gleich? – Denkste!

Wegweiser_RomEinigen Schildern der Ewigen Stadt scheint man direkt ansehen zu können, wie wenig sich dort ändert. Piazza Colonna und Spanische Treppe immer dort entlang. Quirinal und Kolosseum immer in die andere Richtung… Aber im Augenblick tut sich eine ganze Menge. Wer es nur schafft, alle paar Jahre nach Rom zu fahren, kann es bestätigen: Weiterlesen „Alles gleich? – Denkste!“