Vatikan in München?

Fronleichnam, 19. Juni 2014, Ludwigstraße München

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Ja, genau… da ist eine Vatikanfahne zu sehen. Am Ende der prozessionierenden Pfarrgemeinden fielen die Farben des Vatikans rasch ins Auge. Ob es sich um eine waschechte Vaticanista handelt? Ins Gespräch kamen wir nicht…

Fahne_VatikanAber wenn schon keine Vertreter italienischer katholischer Gemeinden mitliefen, ist immerhin der Vatikan ein bisschen dabei gewesen. Ganz erstaunlich ist in München mit ca. 8.000 Teilnehmern das breite Feld der Münchner Gemeinden, die mit Landesfahne und Tracht mitziehen. Dazu zählen Ukrainer, Tschechen, Koreaner, Ungarn oder Polen.

Kroatien war besonders stark vertreten. Hinter den 5-10 in Tracht gekleideten, die ihre Gemeinde anführten, schlossen sich zahlreiche Kroaten in Fußballtrikots ans. Brasilien und Portugal organisieren sich in München wohl als Gemeinde der portugiesischsprachigen Länder. Die kongolesische Gemeinde unterschied sich kaum von der französischen Gemeinde, die absolut von den Übersee-Departements vertreten wurde.Kroatien

 

Selten präsentiert sich ein so heterogener und zugleich so im Glauben vereinter Zug auf Münchens Straßen. Nur die Italiener fehlten eben. Und dabei leben doch – wenn ich den statistischen Erhebungen glauben darf – über 21.000 Italiener in München. Vielleicht in den Sommermonaten sogar noch einige mehr. Ich will nämlich gar nicht zählen, wie viele italienische Eisdielen es hier hat. Also wirkliche gelaterie italiane, die im Winter schließen, aber im Sommer ein brummendes Geschäft machen und von zahlreichen italienischen Familienangehörigen unterstützt werden, die nicht ständig nördlich der Alpen leben. In meinem Stadtviertel sind es überproportional viele Sizilianer, was mich besonders freut, weil ich ja gute Freunde auf Sizilien habe. Und bevor mir jetzt einfällt, dass ich die drei schon viel zu lange nicht mehr besucht habe: Ciaociao, ich werde noch ein Eis essen! Die Prozession ist eh zu Ende…

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Dal Cavaliere!

Da bin ich wieder. Wintergrippe und Co. haben mir eine Auszeit verordnet! Aber ich schulde ja noch die Auflösung der Restaurant-Kritik! Das Lokal mit der bilingualen Speisenkarte heißt „Dal Cavaliere“ und macht seinem Namen alle Ehre… Zumindest wurden Claudia und ich zuvorkommend bedient. Es war zwar nur noch ein kleiner Tisch im Gang übrig, aber da alle anderen Tische belegt waren, kann ich über den Tisch nun nicht wirklich mosern. Mein Friseur meinte heute allerdings, dass er eher schlechte Erfahrungen mir der Freundlichkeit der durchweg italienischen Kellnerinnen und Kellner gemacht hätte. Hm. Ok. Ich kann noch keine Langzeitstudie präsentieren. Aber ich arbeite daran, sämtliche Pizzerien der Stadt durchzutesten. Irgendwelche Aufgaben braucht der Mensch!

Dass die Familie Arpino Butter und Sahne aus ihrer Küche verbannt hat, schadet dem Geschmack nicht… Die Homepage des Ristorante gibt auch Auskunft darüber, dass man sich bemüht, ständig an der Qualität des Essens zu arbeiten. Und was ich natürlich sehr positiv vermerkt habe: Italienisches Lokal hin oder her, es gibt dort auch eine anständige Auswahl an deutschem Riesling! Mmm… – ich werde sicher nicht zum letzten Mal dort gewesen sein. Die Pizzen wirkten auf den ersten Blick vergleichsweise klein, aber mehr schafft man auch nicht, wenn man nicht so erledigt auf dem Boden zusammenbrechen möchte…

Pappsatt!

Vorgeschmack… – cucina italiana a Monaco (di Baviera)

dal Cavaliere_MünchenLasst Euch diesen Auszug aus einer deutschen, äh, italienischen… Speisenkarte auf der Zunge zergehen. Am Wochenende gibt es dann weitere Informationen zum Nudelgericht „Ragù di Hirsch“ oder dem Mix „Bohnen e Cozze“ – es war ein Gedicht. Soviel sei verraten! Und da ich in neuen Lokalen immer Spaghetti Carbonara esse, kann ich zumindest den Vergleich wagen: bislang die beste Carbonara, die ich in Deutschland bekommen habe. Dabei wollte ich gar nicht so recht in ein italienisches Lokal… Man ist aus Italien ja eben doch ein bisschen „verdorben“ und nicht mehr leicht mit einem Hauch Pfeffer aus der großen Mühle und dem alten Parmigiano zufrieden zu stellen. Das einzige, was ich über das Restaurant wusste, war, dass es eigentlich immer voll ist, wenn ich daran vorbeikomme… Und da es direkt auf meinem Weg zur S-Bahn liegt, konnte ich in den vergangenen Monaten oft einen Blick ins Lokal werfen. Buona notte & sogni d’oro!

Pesto Parade: And the winner is…

Gedränge auf den ersten Plätzen

Tatataaa: Buitoni!!! Wobei die Pesto-Parade ja eigentlich gerade das beste Pesto auf dem deutschen Markt herausfiltern sollte. Das gestaltete sich aber schwierig. Bernbacher ist ok. Selbst das Netto-Pesto ist recht nussig und lecker (wenn auch etwas trocken)… Aber kein einziges Fertigprodukt aus dem Glas kommt an das Pesto aus dem Kühlregal heran, das Buitoni in Italien auf den Markt bringt!

Die beiden absoluten Gewinner sind das Pesto alla Genovese, was man gemeinhin als „Pesto“ kennt – aber ohne Knoblauch. Und das Pesto alla Siciliana, das mit Tomatengrundlage hergestellt wird. Wer es schafft, in Italien ‚mal in einen supermercato zu kommen, dem sei diese Geschmacksoffenbarung wärmstens empfohlen! Das „Pesto Delicato“ hat einen so ausgewogenen Geschmack: Basilikum in der genau richtigen Dosis, dazu schmeckt man den Parmesan fast noch greifbar heraus, eine leicht nussige Note kommt dazu. Auf der Verpackung steht ja unten auch: contiene noci! Das alles flüssig, mit gutem, wirklichem gutem Öl vermischt und doch nicht zu flüssig-cremig! Mmmm… ich könnte eigentlich gleich noch eine Portion verspeisen! Denn ein kleiner Tipp am Rande: Trotz Handgepäck und Flüssigkeitsbeschränkung habe ich es geschafft, zwei dieser Pestoportionen im Handgepäck durch die Flughafenkontrolle in Rom zu schleusen. Es wäre auch ein Trauerspiel gewesen, wenn ein Kontrolleur sich mittags mein Pesto zusammen mit seinen Kollegen einverleibt hätte.

Anstatt die Schachteln, die mit 160g eindeutig nicht ins Handgepäck dürfen, in dem durchsichtigen Beutelchen mit den Flüssigkeiten zu präsentieren oooder sie im Koffer zu lassen, auf den natürlich die Röntgenmaschine ihren unerbittlichen Blick wirft, habe ich die beiden Portionen in eine herkömmliche blickdichte Supermarktplastiktüte gepackt und sie mit meinem Schal, der Handtasche, meinem Pass und meinem Ticket in eine der Schalen gelegt. Da kommen sie am besten durch… Wenn man ohnehin Gepäck aufzugeben hat, erübrigt sich dieser Aufwand natürlich. Alitalia macht inzwischen eh ein bisschen viel Stress beim Handgepäck: Jeder Koffer wird gewogen und man fühlt sich wie übergewichtige Neulinge beim Weight Watcher-Wiegen. Zumindest stelle ichs mir so vor, wenn der Zeiger der Flughafenwaage gnadenlos auf die 10 zeigt, während man doch nur ein Buch und zwei Pestoschachteln noch eben hinzugequetscht hat. Dann muss man sich wieder verkrümeln, alles irgendwie umpacken – d.h. in die Handtasche hineinbefördern, die nicht extra gewogen, aber dann halt enorm ausgebeult wird.

Und wenn mir jetzt noch jemand die Frage positiv beantworten kann, ob es dieses Pesto evt. auch in Deutschland gibt, dann ist die Welt in Ordnung!

Glücklich!

So einfach kann das sein…

Bar Roma_01

Glücklich, satt, nicht zu voll und mit einem wirklich guten Cappuccino habe ich den Marathon durch diverse Möbelgeschäfte und Schreinerwerkstätten heute ausklingen lassen. Irgendwie hatte ich die „Bar Roma“ vergessen. Ich stieß nach dem letzten Einrichtungsladen (Böhmler im Tal – wärmstens zu empfehlen!) per fortuna auf ein Weiterlesen „Glücklich!“