Befana!

carbone

Gab es heute carbone (dolce) oder doch Geschenke? Wenn bei uns in Deutschland und Österreich Kinder als die Heiligen Drei Könige von Tür zu Tür ziehen, bekommen die italienischen Kinder noch einmal Geschenke. Vorausgesetzt sie waren brav… Ansonsten gibt es schwarze Kohle. Wobei man nur genau hinsehen muss, um feststellen zu können, dass die Kohle eine pappsüße carbone dolce ist, die es inzwischen sogar schon in einer weißen Version als carbone bianco gibt. Weiterlesen „Befana!“

Alles gleich? – Denkste!

Wegweiser_RomEinigen Schildern der Ewigen Stadt scheint man direkt ansehen zu können, wie wenig sich dort ändert. Piazza Colonna und Spanische Treppe immer dort entlang. Quirinal und Kolosseum immer in die andere Richtung… Aber im Augenblick tut sich eine ganze Menge. Wer es nur schafft, alle paar Jahre nach Rom zu fahren, kann es bestätigen: Weiterlesen „Alles gleich? – Denkste!“

Zurück zum Tee?

Back to TeaIn Deutschland bin ich täglich verleitet, einfach still und leise zum Tee zurückzukehren. Ich habe bis Mitte 20 eigentlich nichts anderes als Tee getrunken. Bei meinem ersten Romaufenthalt mit 25 bin ich dafür noch milde belächelt worden. Man kommt auch kaum zurecht in Rom: Trinken die anderen schnell einen caffè wäre es vermessen, einen Tee zu bestellen, der erst noch ziehen muss, dann zu heiß ist, dann langsam Trinktemperatur bekommt… – da sind ja die anderen schon längst wieder am Schreibtisch gewesen. Ein Deutschrömer sagte damals zu mir, Weiterlesen „Zurück zum Tee?“

RomAdvisor: The Library!

DSC_0133Manchmal muss man kleine Errungenschaften und Entdeckungen einfach gleich posten! Kennt ihr das, wenn man so total begeistert und fasziniert von einer location ist? Für gutes, etwas außergewöhnliches Essen bin ich in Rom oft zu Renato gegangen. Renato ist Koch und zwar ein ziemlich guter. Er hat mit Luisa zusammen (nein, kein kochendes Pärchen: sie Restaurantmanagerin, er der Koch im Hintergrund, der – wenn etwas Zeit ist – auch gern ‚mal kleine Zaubertricks auspackt!) ein Restaurant, das bezeichnenderweise „Renato e Luisa“ heißt. In meinem ersten Krimi-Projekt wird das Ristorante jedenfalls zum Zuge kommen. Und, nein, es wird kein Vergiftungsmord den Ausschlag geben… – oder doch? Na, egal. Ich schweife ab. Dabei wollte ich doch nur sagen, dass ich eine Alternative entdeckt habe: The Library!

Centro Storico, Rom

Ebenfalls im centro storico und doch so ganz anders. Es ist ein ganz ganz kleines Restaurant im Vicolo della Cancelleria, 7. Google gibt Auskunft über die genaue Lage. Die Empfehlung habe ich einem italienischen Trend-Scout zu verdanken, dessen „Touristische Ecke, aber a b s o l u t  empfehlenswert!“ mit solchem Nachdruck vorgetragen war, dass ich mir mit einer Freundin vorgenommen hatte, dort einmal zur Probe zu essen… Die Probe war heute und
begann mit strömendem Regen und der Tatsache, dass ich mir dachte, sie wird die genaue Adresse schon nachgesehen haben und sie sich dachte, meine Wenigkeit hätte ja schließlich so getan, als ob ichs kenne… Hatte mich aber vertan. Das Lokal gegenüber vom besetzten Teatro della Valle (das ist bei Gelegenheit eine andere Geschichte) heißt nämlich „Biblioteca“. Das ist zwar nah dran, aber eben nur am Namen. Weiterlesen „RomAdvisor: The Library!“

Babbo Natale II

SockeEinen frohen Nikolaustag, Euch allen! 

Vor Jahren habe ich ‚mal gelesen, dass ein deutscher Spion in Irland [oder war es England?] enttarnt wurde, weil er mit den lokalen Nikolausbräuchen nicht vertraut war. Hier in Italien bekommt man aber auch Geschenke zum Nikolaus. Und zwar entweder in den geputzten Schuh oder in eine Socke… Soviel also zum gelungenen Kulturtransfer! Was – aus deutscher Perspektive – noch nicht so richtig gelungen ist, das wäre die Weihnachtsdekoration. Die Worte „gemütlich“ und „besinnlich“ Weiterlesen „Babbo Natale II“

Italienische Orte: Archivio di Stato di Roma

Italienische Orte… In dieser neuen Rubrik soll es nicht um Bologna, Pisa und Palermo gehen. Ich möchte im Gegenteil einen Blick auf die Schuhläden, die Postämter, die Märkte und die Bars werfen. Also italienische Orte betrachten, die es so zahlreich gibt, aber die  Weiterlesen „Italienische Orte: Archivio di Stato di Roma“

Ein neues Gesetz trifft vor allem unerfahrene Touristen!

Dass es in Venedig (und übrigens auch in Lucca!) verboten ist, Tauben zu füttern, das ist nicht neu. Dass schwer belangt wird, wer illegale Ledertaschen u.s.w. auf der Straße kauft, hat sich auch schon herumgesprochen. Aber neuerdings wurde nun auch verboten, auf öffentlichen Plätzen und vor historischen Denkmälern der Stadt Rom zu essen. Im Visier sind vor allem Touristen… Vereinzelt kennt man das bereits: Seit Jahren ist es z.B. verboten, auf der Spanischen Treppe zu essen oder etwas zu trinken.

Dabei muss es nicht einmal „verdächtige“ Papptüten, mit denen amerikanische Touristen in bester Manier ihre Weinflaschen zu verbergen versuchen. Wasser, Cola, Smoothie – alles nicht erlaubt. Es sei denn, Sie gehen zehn Meter weiter und verlassen die Spanische Treppe. Auf der Treppe zu sitzen und harmlos in die Gegend zu schauen, war und ist hingegen erlaubt. Es erstaunt vor allem, dass der neue Gesetzentwurf keinen Bezug zu einem vermeintlichen Müllproblem erkennen lässt. Insofern sehen einige Barbesitzer, Reiseanbieter und Cafébetreiber bereits einen „Krieg gegen das Panino“ ausgebrochen… Denn Strafen zwischen 25 EUR und bis zu 500(!) EUR werden nicht nur als Abzocke von Touristen verstanden, sie treffen auch das kleine Café, die typische Bar und den Imbiss um die Ecke, die in ihrer Vielzahl für Rom so typisch sind. Haben hungrige Touristen hier bislang gern eine Pizzaschnitte auf die Hand gekauft oder zum klassischen belegten panino gegriffen, ist sich heute keiner mehr so ganz sicher, wo der „öffentliche Platz“ beginnt, der das schnelle Häppchen für unterwegs zum teuren Vergnügen werden lässt. Zählt dazu nur ein fester Kanon, der beispielsweise Kapitol, Forum, Colosseo, Piazza Navona und Campo de Fiori umfasst?

Was ist z.B. mit den vielen faschistischen Gebäuden? Gelten die auch als historische Denkmäler? Ich finde eigentlich schon… Auch die endlich wieder zugängliche Piazza Cavour lädt ja zum Verweilen und Picknicken zwischen Palmen und vor Camillo Cavours Denkmal ein. Ist es wegen des nahen Justizpalastes aber bereits ein Platz, der im Visier übereifriger Ordnungshüter ist? Es formiert sich Widerstand… Bis das wahnwitzige Verbot nachgebessert sein wird, sollten Sie aber vorsichtig sein. Trotzdem rate ich: verzichten Sie nicht auf das Tramezzino oder die belegte Focaccia. Es wäre schade drum!