Alles gleich? – Denkste!

Wegweiser_RomEinigen Schildern der Ewigen Stadt scheint man direkt ansehen zu können, wie wenig sich dort ändert. Piazza Colonna und Spanische Treppe immer dort entlang. Quirinal und Kolosseum immer in die andere Richtung… Aber im Augenblick tut sich eine ganze Menge. Wer es nur schafft, alle paar Jahre nach Rom zu fahren, kann es bestätigen: Weiterlesen „Alles gleich? – Denkste!“

Römisches Leben im Sommer: Tipps gegen die Hitze!

Via Appia AnticcaJe länger die Hitze in Deutschland anhält, desto häufiger kriege ich diesen Satz zu hören: „Du bist an solche Hitze ja gewöhnt!“ Ja, ein bisschen… Aber es gibt einen ganz entscheidenden Unterschied zu Rom: Hier nördlich der Alpen werden die Kinder mit Sonnencreme eingeschmiert, man zieht möglichst wenig an und der Tag wird draußen verbracht. Soundscape ist ein fröhliches Gequietsche und manchmal hört man selbst in der Stadt das Federn eines Sprungturms im Freibad. In Rom ist meine Erinnerung an Sommersonnenhitze eine andere! Um die heiße Zeit, die oft schon im Juni Spitzentemperaturen über 30°C erreicht, auszuhalten, steht man sehr früh auf und macht Weiterlesen „Römisches Leben im Sommer: Tipps gegen die Hitze!“

Artist auf Kreuzung!

Die Piazza Venezia ist ein Verkehrsknotenpunkt in Rom. Dass es bis ins 20. Jahrhundert noch eine geschlossenere Piazza war als heute, weiß kaum noch jemand. Aber dass der letzte Woody Allen-Film mit einem Verkehrspolizisten auf der Piazza Venezia beginnt, war und ist kein Zufall…

Seht ihr den weißen Helm? Im dunklen Getümmel? Ganz in der Mitte!

Piazza VeneziaBesonders wild war der Verkehr gestern Abend nicht einmal. Ich war gegen 21Uhr vorbeigekommen, als der Polizist meine Aufmerksam gefesselt hat: Arme hoch, Arme ‚runter, Pfeiiiiiiiiifen und mit beiden Armen die vermaledeiten Langsamfahrer heranwinken. Schwupp, schon wieder zu den Autos, die gerade von der Via Nazionale heruntergekommen sind: „Stoooooop!!!“ Pfeifen, rudern, winken, rudern… Ein Verkehrsbeschwörer! Und ein Schauspiel sondergleichen. Wenn jemand italienische Polizisten verstehen will und das ruhige, gemächlich-elegante Dressman-Gehabe der Carabinieri im Gegensatz zum SchuPo richtig einordnen will: Stellt Euch am Abend für 30 Minuten auf die Piazza Venezia und beobachtet das Spiel! GRANDIOS!

Römische Wachsfiguren: kein must-see!

Giovanni Paolo IIEs gibt auch in Rom ein Wachsfigurenkabinett. Es ist sogar an zentraler Stelle zu finden, nicht weit von der Gregoriana und der Piazza Venezia. Ich habe es mir vor kurzem ‚mal angesehen und muss hier leider feststellen: Es lohnt sich nicht unbedingt. Es sei denn, man möchte die Entwicklung der Wachsfiguren ausgehend von den 1960er Jahren bis heute analysieren. Dieser Zweck macht einen Besuch fast unumgänglich. Denn es stehen nicht nur im Eingangsbereich drei verschiedene Figuren mit drei verschiedenen Techniken. Das ganze Museum – das im Übrigen winzig ist! – zeigt Weiterlesen „Römische Wachsfiguren: kein must-see!“

Babbo Natale II

SockeEinen frohen Nikolaustag, Euch allen! 

Vor Jahren habe ich ‚mal gelesen, dass ein deutscher Spion in Irland [oder war es England?] enttarnt wurde, weil er mit den lokalen Nikolausbräuchen nicht vertraut war. Hier in Italien bekommt man aber auch Geschenke zum Nikolaus. Und zwar entweder in den geputzten Schuh oder in eine Socke… Soviel also zum gelungenen Kulturtransfer! Was – aus deutscher Perspektive – noch nicht so richtig gelungen ist, das wäre die Weihnachtsdekoration. Die Worte „gemütlich“ und „besinnlich“ Weiterlesen „Babbo Natale II“

Italienische Weihnachtsbäume und -bräuche

Neujahr ist vorbei. Buon anno a tutti! Aber die meisten Straßen sind nach wie vor festlich geschmückt. Allem voran sind die Weihnachtsbäume nach wie vor im Stadtbild präsent – auch hier in Rom. Direkt neben der Krippe am Obelisken steht auf dem Petersplatz eine große Fichte.

Wie in Deutschland bleiben die Weihnachtsbäume in den meisten Familien mindestens bis zum Fest der Heiligen Drei Könige am 6. Januar stehen. Sofern sie nicht zu sehr nadeln, ist es einigen Bäumen sogar vergönnt bis Lichtmess stehen zu bleiben. Dem Tag, an dem bis ins 19. Jahrhundert hinein das Gesinde – Dienstboten wie Knechte und Mägde – ihr Dienstjahr begannen: der 2. Februar! Baum weg und an die Arbeit… Mitunter wünscht man sich in Rom den ein oder anderen Baum allerdings wirklich schon frühzeitig aus den Augen und aus dem Sinn.

Die deutsche Tradition des Weihnachtsbaums hat seit dem 19. Jahrhundert in der ganzen Welt Verbreitung gefunden. Oft liest man noch, dass in Italien einzig und allein die Krippe – il presepio – im Vordergrund steht. Das ist so allerdings nicht ganz richtig.

Natürlich wird in den meisten italienischen und auch deutsch-italienischen Familien bereits am 8. Dezember die Krippe aufgebaut und das Jesuskind dann am Heiligen Abend hineingelegt. Aber es steht schon auch ein Weihnachtsbaum daneben. Interessant ist jedoch, was für Varianten aus Fichte, Tanne, Douglasie oder Hartplastik zum Einsatz kommen. Man halte einmal die Augen offen: Nur wenig „Tannenbäume“ werden dieser allround-Bezeichnung in Rom wirklich gerecht. Natürlich, in der Mitte des Petersplatzes steht üblicherweise ein veritabler Nadelbaum. Vor drei Jahren war es der bislang größte mit 33m Höhe, 9t schwer und über 100 Jahre alt. Der jetzige Baum wirkt neben dem großen Obelisken dagegen vergleichsweise klein. Er macht aber doch zumindest im Dunkeln mit seinen geradlinig angebrachten weißen und grünen Lichterketten „bella figura“. Anders sieht es da im modernen römischen Statdzentrum aus.

Auf der Piazza Venezia, dem Verkehrsknotenpunkt vor dem Vittoriano, stand zu Beginn der Adventszeit ebenfalls eine große gerade gewachsene Fichte. Sobald es dämmerte entpuppte sie sich jedoch als grünbläulich schillernde Ungetüm mit runden Leuchtplaketten. Zwar ist die Blickachse der alten Via Lata direkt gegenüber bis hinunter zur Piazza del Popolo auch nicht viel stimmungsvoller in ein grün-weiß-rotes Lichtermeer getaucht ist, das mit den Farben der italienischen Flagge an das Jubiläum „150 Jahre Republik“ gedenkt. Ein kilometerlanges politisches Manifest! Der raketenähnliche, kaltblau schimmernde Weihnachtsbaum, um den der gesamte Verkehr der Metropole tost, scheint aber so gar keine Gnade vor der stadtrömischen Bevölkerung gefunden zu haben. Knapp zwei Wochen später wurden die Lichterketten ausgetauscht und eine mildere Version des gleichen Baums umrahmt nun eine leuchtende Krippenlandschaft auf der Verkehrsinsel. Soviel zu Volkes Wunsch und Wille. 

Was in italienischen Familien hingegen oft als Weihnachtsbaum dekoriert wird, sind alljährlich abzustaubende Plastikbäumchen. Nachhaltigkeit? Nein, wohl eher Sparsamkeit als ökologisches Bewusstsein. Dazu blinkende 2.812 elektrische Kerzen „Adeste Fideles“ in den grellstmöglichen Farben. Gern genommen sind pink, hellgrün und leuchtendes orange. An vielen Balkonen sieht man sogar das ganze Jahr über Weihnachtsbeleuchtung in Form von Rentieren und Lichterketten – immerhin im Sommer nicht beleuchtet… Aber das soll vielleicht genügen. Weihnachtsbäume sind eben doch ein schier unerschöpfliches Thema und es gibt in Rom sicherlich neben jeder Portiersloge im Eingangsbereich eines jeden Mietshauses ein ganz eigenes Exemplar!

Buon natale e un buon anno 2012

Vorrei augurarvi buone feste e un buon anno nuovo!

Frohe und gesegnete Weihnachten und einen guten Start ins Neue Jahr!

…mit einem Eindruck vom Weihnachtsbaum inkl. „Lichtkrippen“-Ensemble auf der Piazza Venezia. Es war faszinierend zu beobachten, dass der erste ebenso hohe Weihnachtsbaum, der entfernt an einen grün leuchtenden Obelisken erinnerte, ausgetauscht wurde, nachdem klar war, dass selbst die leiderprobten Römer (die sich ihres Vorweihnachtsleides nur selten bewusst zu sein scheinen!) die grelle Pyramidentanne ablehnten…