Auf den Marmortischen: Ai Marmi, Trastevere

Regen, Regen, Regen… Während es in Deutschland trotz zaghafter Sonne immer noch ziemlich kalt ist, regnet es in Rom. Im Februar und März gibt es oft tagelang Regenschauer. Die sind zwar weniger sintflutartig als die sommerlichen Gewitter, aber doch noch so intensiv (und nass!), dass sie einem zum Hals heraushängen. Kleiner Trost: Es sprießt und gedeiht wenigstens alles! Rom präsentiert sich vor Ostern ganz grün und frisch.

Zitronen

Die letzten Orangen und Zitronen hängen noch an den Bäumen und langsam kommen die Blüten heraus. Eigentlich ist es die perfekte Jahreszeit, um die Restaurants aufzusuchen, die keine Stühle auf die Straße stellen können oder die direkt an den großen Verkehrsknotenpunkten liegen. In Trastevere gibt es so eine Pizzeria: Ai Marmi! – Viale di Trastevere, 53/57, direkt an der Straßenbahnlinie 8.

Die Geister scheiden sich an „Ai Marmi“… Der Name bezieht sich auf die kalten Marmortische, an denen serviert wird. Die Atmosphäre erinnert an die Wartehalle früherer Bahnhöfe, es herrscht ein schnelles Kommen und Gehen und die Pizzeria lädt nicht unbedingt zum Verweilen ein. Mich hat vor Jahre einmal ein Freund dort hinbestellt. Das Neonlicht leuchtete auf den Gehweg, es war gestopft voll und kein anderes Lokal in der Nähe konnte es auch nur ansatzweise mit der Masse an Gästen aufnehmen. Er schaute schon gar nicht mehr in die Karte: Pizza Margherita sei die Beste! Ansonsten ein paar fritti, dazu ein Bier. In Italien trinkt man zur Pizza ja Bier und keinen Wein. Ich kann nichts sagen… Mir hat meine Pizza (Margherita, naturalmente!) immer geschmeckt. Die Blechnäpfe sind in etwa gleichen Teller wie in der Pizzeria „Monte Carlo“ (noch so ein Original).

Aber es gibt auch immer wieder Römer, die der Pizza nichts abgewinnen können, die von unverschämten Kellnern und kalter Pizza berichten. Niemals würden sie einem Gast „Ai Marmi“ empfehlen. Dann doch lieber eine andere der vielen kleinen anderen Pizzerien in Trastevere. Ich würde sagen: Im März ist „Ai Marmi“ genau das richtige zum Ausprobieren… Es ist nicht mehr so kalt, dass man drinnen den Wintermantel bräuchte, aber eben auch noch längst nicht so warm, dass man gern draußen säße. Und die fritti sind wirklich fein. Mein Highlight & immer wieder gern: olive ascolane! Ich mache schließlich einen weiten Bogen um Ascoli-Piceno in den Marken, denn Kollegen meinten, ich würde den müden Abklatsch von olive ascolane in Rom nur deshalb noch essen, weil ich die frittierten gefüllten Oliven aus  Ascoli Piceno noch nicht probiert hätte. Da kommt diese Olivenspezialität nämlich her. Aber das ist eine andere Geschichte.

RomAdvisor: Pizza Bonci – ein Selbstversuch!

Es gibt an der Stazione Cipro (Metro A) eine kleine Pizzeria, deren Ladenquadratmeter in keinem Verhältnis zu den mutmaßlichen Tageseinnahmen stehen… Jeden Abend steht dort eine kleine Menschentraube vor dem Eingang. Einige haben die Pizza schon auf der Hand, andere stehen in der Schlange und telefonieren, um sich die Zeit zu vertreiben. Ab und zu sieht man Touristen (eher früh am Abend), in der Regel sind es aber junge Römer, die extra mit der macchina vorfahren, in zweiter Reihe die Einbahnstraße versperren und sich eben die Pizza für den Abend holen. Eine Pizza a taglio wie es sie in Rom an jeder Ecke gibt? Wohl kaum. Denn die Pizza ist extrem teuer. Kleine Schildchen stecken in den Pizzen, die zum Verkauf angeboten werden: Aber es steht nicht „Margherita“ oder „Funghi“ drauf, sondern 30,00 Euro / Kilo… Das wäre die Pizza mit Kürbiscreme und Weiterlesen „RomAdvisor: Pizza Bonci – ein Selbstversuch!“