Das verschwundene Rom – neu aufgelegt im Internet!

Roma Sparita ging ursprünglich von einer Facebook-Gruppe aus, die man nach wie vor hier finden kann: http://www.facebook.com/Roma.Sparita

Anlage der Kaimauern am Tiber, 1900Stundenlang könnte ich mich durch die Fotos klicken, die es auf der Internetseite Roma Sparita zu entdecken gibt! Roma Sparita – das verschwundene Rom – ist inzwischen ein geschützter Name. Die Initiative bietet online nicht nur eine Fotodokumentation von Rom-Ansichten vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis ins Jahr 1990, sondern auch historische Stadtführungen. Heute will ich aber nur das Foto-Archiv vorstellen, das sich wirklich lohnt!

Die stadtrömische Verwaltungsstruktur gibt auch die Struktur des Foto-Archivs vor: Fotos lassen sich nach Municipi und Rioni sortiert anzeigen. Neben Rom ist auch Ostia dabei. Wünschenswert wäre sicherlich eine Suchmöglichkeit nach einzelnen Straßen oder Plätzen. Aber vielleicht ist das Archiv dafür auch noch nicht umfangreich genug. Wobei ca. 15.000 Fotos natürlich für sich sprechen. Roma Sparita lebt gewissermaßen vom crowd uploading, denn jeder kann seine digitalisierten Rom-Fotos auf der Homepage hochladen. Und hier zeigt sich auch gleich der Mehrwert der Seite für Wissenschaftler und Laien, die sich mit Stadtansichten, Urbanisierung, Infrastruktur und vielem anderen mehr beschäftigen. Denn jedes Foto muss obligatorisch mit einer Jahresangabe versehen werden, mit dem Hinweis, was auf dem Foto zu sehen ist und einer Quellenangabe! Alle Fotos können online angesehen werden, lassen sich aber nicht ohne weiteres heruntergeladen.

Dass ich eine besondere Vorliebe für die Engelsburg habe, ist ja nicht geheim… Ob es regnet oder ob sie im Sommer nachts angestrahlt wird, ich kann mich an dem ständig umgebauten ehemaligen Mausoleum nicht sattsehen. Insofern bin ich natürlich immer wieder in der Kategorie Municipio XVII unterwegs und freue mich über ältere Standardfotografien genauso wie über solche Highlights:

Fonoscope Roma

Auf fast allen Fotos (bis in die 1970er Jahre!) sieht man Autos durch sämtliche Gassen fahren und über zahlreiche Plätze knattern; vor allem eben dort, wo inzwischen Fußgängerzonen eingerichtet sind. So auch hier vor der Engelsburg. Dass es mit der Datierung und der Quellenangabe leider nicht immer so läuft, wie man es sich wünscht, zeigen die Angaben unter der cartolina che canta : Das Jahr – unbekannt! Der Fotograf – unbekannt! Die Quelle? – Ebay Italia… Aber trotzdem finde ich es spannend so eine Fonoscope-Karte zu sehen, die wie eine Schallplatte (Schellack?) mit 78 Umdrehungen verwendet werden konnte und dann eben „sang“! Schade, dass im Fotoarchiv noch kein Medienanhang vorgesehen ist.

Highly recommended: www.romasparita.eu/foto-roma-sparita