Kein Schnee in Rom…

So schön herausgeputzt… Warme Strickmütze, Schnurrbärtchen gezwirbelt… Aber trotzdem kein Schnee in Sicht. Im Rinne Monti sind eine Menge solcher Street Art-Objekte zu finden, hier ein Beispiel für Urban Knitting/Guerilla Knitting! Buon nasale und einen gesegneten zweiten Weihnachtsfeiertag!

Monti_2014

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Ein Blog, ein Jahr, ein neues Jahr…

Gestern ist für mich ein sehr spannendes Jahr zu Ende gegangen, das mit vielen Reisen verbunden war. Anfang des Jahres habe ich mit Kollegen eine große internationale Tagung ausgerichtet, die bereits ein Jahr vor dem Ende unseres italienisch-deutsch-französischen Forschungsprojekts Ergebnisse aus der laufenden Arbeit zur Diskussion stellte. Ab Februar 2012 wurden die Archivrecherchen dann noch einmal intensiviert und parallel dazu die Arbeit für den zweibändigen Abschlussband aufgenommen.

WBG-BuchIm März ist außerdem ein kleines Buch von mir und einer Kollegin in der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft (WBG) erschienen, das sich an ein breiteres Publikum richtet und unsere Forschungen zu europäischen Musikern im barocken Rom leicht lesbar präsentiert.

Aber eigentlich stand das Frühjahr ganz im Zeichen der USA… Endlich konnte ich mit einem DAAD-Stipendium wieder zurück an die Ostküste. Ich habe dann gleich drei Wochen in den USA verbracht; u. a. in New York, Washington, North Carolina und Tennessee. Kaum mehr als drei Wochen war ich am Stück zu Hause in Rom. 2012 habe ich bewusst eine Menge Vorträge gehalten und werde mich im kommenden Jahr nun etwas zurücknehmen, um mich konzentriert der Habilitation widmen zu können.

Dass mir zum Jahresendstress dann auch noch mein Computer gestohlen wurde und ich einen Großteil meiner Recherche-Ergebnisse verloren habe, hat mir gezeigt, wie gut die Entscheidung war, hier in Rom Weihnachen feiern zu wollen. Ich hätte nicht mehr die Kraft gehabt, auch noch zu packen und mit Millionen anderer reiselustiger Weihnachtsheimkehrer Zeit am Flughafen und in Zügen zu verbringen. Weihnachten und Silvester habe ich also zu Hause verbracht. Das kann ich jetzt mit Fug und Rech sagen, denn Rom ist mir in den letzten drei Jahren zu einem echten daheim geworden. Der Abschied wird mir sehr schwer fallen. Immerhin habe ich jetzt die Gelegenheit gehabt, hier meinen ersten eigenen Christbaum zu suchen, ihn nirgends zu finden, daher auf Tannenzweige in Vase auszuweichen und ausnahmsweise ‚mal den Gottesdienst in meiner Dorfkirche gegen die Papstmesse in St. Peter zu tauschen… Das macht vom Prinzip her natürlich keinen Unterschied, aber im Detail dann eben doch!

Wenn es ein Wort sein müsste, das Deine Hoffnungen fürs brandneue Jahr beschreibt, was wäre das? – Ich bin noch nicht ganz entschieden: GLÜCK oder ZUSAMMEN BLEIBEN! Auf das Neue Jahr! 13 bringt immer Glück!

Buon Anno 2013

Meine Lieblingskrippe in Rom!

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Weihnachten zu feiern, heißt Krippen aufzustellen. Es gibt Familien, in denen an jedem Tag im Advent ein weiteres Tier, ein Hirte oder ein Engel hinzugestellt wird, bis dann am Heiligen Abend das Jesuskind in der Krippe liegt und Weihnachten gefeiert wird. In Neapel gibt es ganze Krippengassen mit fließenden Bächen, Mühlen und detaillierten Alltagsszenen. Auf dem Petersplatz steht die größte Krippe in Rom, aber Weiterlesen „Meine Lieblingskrippe in Rom!“

Babbo Natale II

SockeEinen frohen Nikolaustag, Euch allen! 

Vor Jahren habe ich ‚mal gelesen, dass ein deutscher Spion in Irland [oder war es England?] enttarnt wurde, weil er mit den lokalen Nikolausbräuchen nicht vertraut war. Hier in Italien bekommt man aber auch Geschenke zum Nikolaus. Und zwar entweder in den geputzten Schuh oder in eine Socke… Soviel also zum gelungenen Kulturtransfer! Was – aus deutscher Perspektive – noch nicht so richtig gelungen ist, das wäre die Weihnachtsdekoration. Die Worte „gemütlich“ und „besinnlich“ Weiterlesen „Babbo Natale II“

Babbo Natale I

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Der Weihnachtsmann klettert auch in Rom an Fassaden herum und dudelt einem in fast jedem Kaufhaus ins Ohr. „Last Christmas“ gibts dagegen in den kleineren Läden. Und es sind soo viele Cover-Versionen darunter, dass man sich fragen muss, ob überhaupt noch etwas anderes als Weihnachtslieder übers Jahr gespielt und eingeübt werden. Aber Babbo Natale, der italienische Weihnachtsmann, hat wenigstens nicht mit Glatteis und Schnee zu kämpfen. Hier ist es zwar kalt, aber es regnet nur. Dafür habe ich gestern erfahren, mit welchen Risiken italienische Kinder vor Weihnachten zu kämpfen haben… Weiterlesen „Babbo Natale I“

Italienische Weihnachtsbäume und -bräuche

Neujahr ist vorbei. Buon anno a tutti! Aber die meisten Straßen sind nach wie vor festlich geschmückt. Allem voran sind die Weihnachtsbäume nach wie vor im Stadtbild präsent – auch hier in Rom. Direkt neben der Krippe am Obelisken steht auf dem Petersplatz eine große Fichte.

Wie in Deutschland bleiben die Weihnachtsbäume in den meisten Familien mindestens bis zum Fest der Heiligen Drei Könige am 6. Januar stehen. Sofern sie nicht zu sehr nadeln, ist es einigen Bäumen sogar vergönnt bis Lichtmess stehen zu bleiben. Dem Tag, an dem bis ins 19. Jahrhundert hinein das Gesinde – Dienstboten wie Knechte und Mägde – ihr Dienstjahr begannen: der 2. Februar! Baum weg und an die Arbeit… Mitunter wünscht man sich in Rom den ein oder anderen Baum allerdings wirklich schon frühzeitig aus den Augen und aus dem Sinn.

Die deutsche Tradition des Weihnachtsbaums hat seit dem 19. Jahrhundert in der ganzen Welt Verbreitung gefunden. Oft liest man noch, dass in Italien einzig und allein die Krippe – il presepio – im Vordergrund steht. Das ist so allerdings nicht ganz richtig.

Natürlich wird in den meisten italienischen und auch deutsch-italienischen Familien bereits am 8. Dezember die Krippe aufgebaut und das Jesuskind dann am Heiligen Abend hineingelegt. Aber es steht schon auch ein Weihnachtsbaum daneben. Interessant ist jedoch, was für Varianten aus Fichte, Tanne, Douglasie oder Hartplastik zum Einsatz kommen. Man halte einmal die Augen offen: Nur wenig „Tannenbäume“ werden dieser allround-Bezeichnung in Rom wirklich gerecht. Natürlich, in der Mitte des Petersplatzes steht üblicherweise ein veritabler Nadelbaum. Vor drei Jahren war es der bislang größte mit 33m Höhe, 9t schwer und über 100 Jahre alt. Der jetzige Baum wirkt neben dem großen Obelisken dagegen vergleichsweise klein. Er macht aber doch zumindest im Dunkeln mit seinen geradlinig angebrachten weißen und grünen Lichterketten „bella figura“. Anders sieht es da im modernen römischen Statdzentrum aus.

Auf der Piazza Venezia, dem Verkehrsknotenpunkt vor dem Vittoriano, stand zu Beginn der Adventszeit ebenfalls eine große gerade gewachsene Fichte. Sobald es dämmerte entpuppte sie sich jedoch als grünbläulich schillernde Ungetüm mit runden Leuchtplaketten. Zwar ist die Blickachse der alten Via Lata direkt gegenüber bis hinunter zur Piazza del Popolo auch nicht viel stimmungsvoller in ein grün-weiß-rotes Lichtermeer getaucht ist, das mit den Farben der italienischen Flagge an das Jubiläum „150 Jahre Republik“ gedenkt. Ein kilometerlanges politisches Manifest! Der raketenähnliche, kaltblau schimmernde Weihnachtsbaum, um den der gesamte Verkehr der Metropole tost, scheint aber so gar keine Gnade vor der stadtrömischen Bevölkerung gefunden zu haben. Knapp zwei Wochen später wurden die Lichterketten ausgetauscht und eine mildere Version des gleichen Baums umrahmt nun eine leuchtende Krippenlandschaft auf der Verkehrsinsel. Soviel zu Volkes Wunsch und Wille. 

Was in italienischen Familien hingegen oft als Weihnachtsbaum dekoriert wird, sind alljährlich abzustaubende Plastikbäumchen. Nachhaltigkeit? Nein, wohl eher Sparsamkeit als ökologisches Bewusstsein. Dazu blinkende 2.812 elektrische Kerzen „Adeste Fideles“ in den grellstmöglichen Farben. Gern genommen sind pink, hellgrün und leuchtendes orange. An vielen Balkonen sieht man sogar das ganze Jahr über Weihnachtsbeleuchtung in Form von Rentieren und Lichterketten – immerhin im Sommer nicht beleuchtet… Aber das soll vielleicht genügen. Weihnachtsbäume sind eben doch ein schier unerschöpfliches Thema und es gibt in Rom sicherlich neben jeder Portiersloge im Eingangsbereich eines jeden Mietshauses ein ganz eigenes Exemplar!

Buon natale e un buon anno 2012

Vorrei augurarvi buone feste e un buon anno nuovo!

Frohe und gesegnete Weihnachten und einen guten Start ins Neue Jahr!

…mit einem Eindruck vom Weihnachtsbaum inkl. „Lichtkrippen“-Ensemble auf der Piazza Venezia. Es war faszinierend zu beobachten, dass der erste ebenso hohe Weihnachtsbaum, der entfernt an einen grün leuchtenden Obelisken erinnerte, ausgetauscht wurde, nachdem klar war, dass selbst die leiderprobten Römer (die sich ihres Vorweihnachtsleides nur selten bewusst zu sein scheinen!) die grelle Pyramidentanne ablehnten…